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Herd anschließen: Drehstrom, Querschnitt, FI und Kosten

Herd anschließen: wer es darf, was es kostet, 5 × 2,5 oder 5 × 4 mm², Brücken, FI, Herdanschlussdose, Erstprüfung und die häufigsten Fehler.

Autor
Tobias Dietrich, Elektromeister
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
12 Min.
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Kurz gesagt: Einen Herd mit Stecker in eine vorhandene Perilex- oder CEE-Steckdose stecken dürfen Sie selbst. Geräte ohne Stecker schließt nach den Montageanleitungen von Bosch, Siemens, Neff, Miele und AEG eine Elektrofachkraft an, und Zuleitung, Sicherungen und FI darf nach § 13 NAV nur ein eingetragener Elektrobetrieb ändern. Meist ist es Drehstrom 3N~ 400 V mit 5 × 2,5 mm² und 3 × B16. Der Anschluss an eine passende Dose kostet bei uns als Richtwert 210 bis 330 € (Kostenrahmen).

Schneller Überblick gewünscht? Unser Herd-Anschluss-Check liefert in sieben Schritten eine Ampel-Bewertung: Welcher Anschluss ist in Ihrer Küche? Was steht im Sicherungskasten? Welche Warnzeichen gibt es? Für Mieter, Käufer und Eigentümer.

Ein Herd ist kein Bürogerät, das man mit dem Schukostecker an der Wand betreibt. Ein Backofen und ein Induktionskochfeld kommen zusammen auf bis zu rund 11 kW. Das sind Ströme, die mit einem normalen Steckdosenstromkreis mit 16 A nichts mehr zu tun haben. Genau hier scheitern viele Anschlüsse in Eigenregie: zu kleiner Querschnitt, falsche Brücke, kein FI, Aderfarben durcheinander.

Wer „mal eben selbst anschließt, ist ja nur ein Kabel“, unterschätzt den Drehstrom. Ein lockerer Neutralleiter verschiebt den Sternpunkt. Einzelne Verbraucher bekommen dann statt 230 V bis zu knapp 400 V, und die Elektronik im Gerät hält das nicht lange aus. Eine falsch gesetzte Brücke legt zwei Heizzonen auf denselben Außenleiter und überlastet ihn dauerhaft.

Dieser Beitrag zeigt, was bei einem Herdanschluss passieren muss: Querschnitt, Brücken, Schutz, Dokumentation, und wo die typischen Fehler liegen.


Drehstrom 400 V oder Wechselstrom 230 V

Die erste Entscheidung fällt am Typenschild: einphasig, zweiphasig oder dreiphasig? Der Hersteller gibt es vor, die Brücken in der Klemmleiste folgen daraus.

Anschlussart Leiter Typische Geräte Strom
1N~ 230 V 1 Außenleiter, N, PE einzelner Backofen bis 16 A, also rund 3,7 kW
2N~ 400 V 2 Außenleiter, N, PE viele Kochfelder bis rund 7,4 kW 2 × 16 A
3N~ 400 V 3 Außenleiter, N, PE Herd oder Kochfeld mit Backofen bis rund 11 kW 3 × 16 A, bei größeren Geräten mehr

Drehstrom heißt nicht „mehr Spannung“ am Gerät. Zwischen jedem Außenleiter und dem Neutralleiter liegen weiter 230 V. Drehstrom verteilt die Last auf drei Außenleiter und macht hohe Leistungen mit kleineren Querschnitten möglich. Statt knapp 48 A über einen Leiter fließen bei 11 kW je Außenleiter rund 16 A.

Einphasig angeschlossene Geräte dürfen nach VDE-AR-N 4100 höchstens 4,6 kVA haben. Ein einzelner Backofen passt einphasig, Backofen und Kochfeld zusammen nicht. Sobald ein Kochfeld dazukommt, führt der Weg zum Drehstrom. So steht es auch in den Technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber (TAB 2023, Abschnitt 10.1).


Der Leiterquerschnitt

Der Querschnitt ist kein Bauchgefühl, sondern ein Rechenwert: die Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4 mit Verlegeart und Häufung, dazu der Spannungsfall über die Leitungslänge.

Querschnitt Kupfer Übliche Absicherung (Richtwert) Typischer Einsatz
3 × 1,5 mm² LS B13 oder B16 normaler Endstromkreis, kein Herdstromkreis
5 × 2,5 mm² 3 × LS B16 Standard-Herdanschluss im Wohnungsbau
5 × 4 mm² 3 × LS B20 oder B25 Geräte mit höherer Absicherung nach Herstellerangabe, lange Leitungen
5 × 6 mm² 3 × LS B25 oder B32 gewerbliche Küche, lange Zuleitung
5 × 10 mm² 3 × LS B32 oder B40 Großküche, Gastronomie

Ob eine Absicherung zu einem Querschnitt passt, hängt von Verlegeart und Häufung ab. 5 × 4 mm² in einer wärmegedämmten Wand verträgt zum Beispiel nur 20 A. Das rechnen wir im Einzelfall nach DIN VDE 0298-4 nach.

Der Standard im Wohnungsbau ist seit Jahrzehnten 5 × 2,5 mm² Kupfer mit 3 × B16. Das reicht für übliche Herde und Kochfelder mit Backofen bis rund 11 kW, solange die Leitung nicht ungewöhnlich lang ist. 5 × 4 mm² braucht es, wenn der Hersteller eine höhere Absicherung verlangt, zum Beispiel 3 × 20 A, oder wenn die Leitung so lang ist, dass der Spannungsfall zu groß wird.

Zum Spannungsfall: Nach DIN 18015-1 sollte er in Wohngebäuden hinter dem Zähler bis zum Anschlusspunkt 3 % nicht überschreiten. Gerechnet wird mit dem Bemessungsstrom der vorgeschalteten Sicherung, beim Herd also mit 16 A je Außenleiter, egal wie viel kW auf dem Typenschild stehen. Bei langen Leitungen ist das oft die Größe, die den Querschnitt bestimmt, nicht die Strombelastbarkeit.


Brücken in der Klemmleiste (Fachwissen für Elektrofachkräfte)

Hier steht, was beim Anschluss an der Klemmleiste passiert. Eine Anleitung zum Selbermachen ist das nicht. Wer falsch brückt, erzeugt einen Kurzschluss. Bosch, Siemens und Neff lassen Geräte ohne Stecker nur von konzessioniertem Fachpersonal anschließen.

Herdanschluss Drehstrom 3N~ 400 V: Herdanschlussdose und Klemmleiste am Gerät Die fünf Adern der festen Zuleitung NYM-J 5 × 2,5 mm² enden in der Herdanschlussdose auf den Klemmen L1, L2, L3, N und PE. Die Geräteanschlussleitung führt durch die Zugentlastung zur Klemmleiste am Herd: L1 an Klemme 1, L2 an Klemme 2, L3 an Klemme 3, N an Klemme 5, Klemme 4 und 5 mit einer Brücke verbunden, PE an die Schutzleiterklemme. Zwischen den Klemmen 1, 2 und 3 gibt es keine Brücke. Herdanschlussdose Klemmleiste am Herd L1 L2 L3 N PE 1 2 3 4 5 PE Brücke keine Brücke zwischen 1, 2, 3 Zugentlastung NYM-J 5 × 2,5 mm² Geräteanschlussleitung Typ laut Hersteller Beispiel Drehstrom 3N~ 400 V. Keine Brücke zwischen 1, 2 und 3; N auf 5, Brücke zwischen 4 und 5. Außenleiter braun, schwarz, grau (Reihenfolge nicht genormt), N blau, PE grün-gelb (DIN EN IEC 60445). Maßgeblich ist der Anschlussplan des Geräts. Anschließen darf nur eine Fachkraft des Elektrobetriebs.

Die meisten Herde und viele Kochfelder haben eine Klemmleiste, die für mehrere Anschlussarten vorbereitet ist; manche Kochfelder kommen mit fest angeschlossener Leitung, dann wird in der Dose angeschlossen. Welche Klemmen verbunden werden, regeln die Brücken, die der Hersteller beilegt. Die Belegung für 3N~ unten findet sich so bei Miele und Bosch. Bei 2N~ gehen die Hersteller auseinander. Maßgeblich ist immer der Anschlussplan des Geräts.

3N~ Drehstrom 400 V

  • L1 auf Klemme 1
  • L2 auf Klemme 2
  • L3 auf Klemme 3
  • N auf Klemme 4 und 5, beide mit einer Brücke verbunden
  • PE auf die Schutzleiterklemme

Zwischen L1, L2 und L3 gibt es keine Brücke. Jeder Außenleiter versorgt seine eigenen Heizzonen.

2N~ 400 V

Hier setzen die Hersteller die Brücken unterschiedlich. Zwei Beispiele aus aktuellen Unterlagen:

  • Miele, Induktionskochfelder KM 7360 bis KM 7373: L1 auf Klemme 1, L2 auf Klemme 2, Brücke zwischen 2 und 3, N auf Klemme 5, Brücke zwischen 4 und 5.
  • Bosch, Kochfelder 60 und 80 cm: L1 auf Klemme 2, L2 auf Klemme 3, Klemme 1 bleibt frei, die beiden N-Adern der Geräteleitung auf 4 und 5, dazwischen eine Brücke.

Für Backofen-Herd-Kombinationen verlangt Bosch Drehstrom: „Ein Anschluss mit 2 L + N + PE ist nicht mehr möglich.“ Fehlt eine nötige Brücke, läuft ein Teil des Geräts nicht.

1N~ 230 V

  • L1 auf Klemme 1, 2 und 3, gebrückt
  • N auf Klemme 4 und 5, gebrückt
  • PE

Alle drei Leiterklemmen hängen an einem Außenleiter. Das ist nur für Geräte sinnvoll, die nach Herstellerangabe einphasig betrieben werden dürfen. In Deutschland ist einphasig bei 4,6 kVA Schluss.

Wer die Brücken nach Gefühl setzt, verbindet im schlimmsten Fall zwei Außenleiter direkt. Das ist ein Kurzschluss mit 400 V zwischen den Leitern. Der Leitungsschutzschalter sollte auslösen, bevor Schlimmeres passiert, aber „sollte“ ist kein Sicherheitskonzept.

Der Anschlussplan klebt auf der Geräterückseite oder steht in der Montageanleitung. Lesen vor dem Anschließen, nicht danach.


Schutz durch Leitungsschutzschalter und FI

DIN VDE 0100-410 verlangt für Steckdosen, die für Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind, einen FI mit höchstens 30 mA, bis 20 A seit der Ausgabe 2007-06, bis 32 A seit 2018. Wir behandeln auch Perilex- und CEE-Herdanschlüsse so. Für den Festanschluss an der Herdanschlussdose fordert die Norm ihn nicht in jedem Fall. Wir empfehlen ihn trotzdem bei jeder Änderung am Herdanschluss.

Schutzeinrichtung Aufgabe Auslegung für den Herdstromkreis
Leitungsschutzschalter 3-polig B16 Schutz bei Überlast und Kurzschluss je Außenleiter Standard bei 5 × 2,5 mm²
FI Typ A 30 mA zusätzlicher Schutz gegen elektrischen Schlag Pflicht bei Steckvorrichtung, empfohlen beim Festanschluss, Eignung für das Gerät nach Herstellerangabe prüfen
FI Typ B für Geräte, die glatte Gleichfehlerströme erzeugen können nur, wenn der Hersteller es verlangt

Typ AC ist in Deutschland für den Schutz gegen elektrischen Schlag nicht zugelassen (DIN VDE 0100-530). In den Montageanleitungen der Induktionskochfelder von Bosch, Siemens, Miele und AEG, die wir im September 2026 gelesen haben, verlangt keiner einen FI Typ F oder B; Miele empfiehlt einen FI mit 30 mA.

In vielen Verteilungen schützt ein FI mehrere Stromkreise gemeinsam. Ein eigener FI für die Küche oder den Herd ist nicht zwingend, verhindert aber, dass ein Fehler am Kochfeld gleich andere Stromkreise mit abschaltet.

Zur Selektivität: Bei einem Fehler im Herdstromkreis soll möglichst nur der Leitungsschutzschalter des Herds auslösen und nicht der Hauptleitungsschutz vor dem Zähler. Wir prüfen die Abschaltbedingungen und, soweit gefordert, die Selektivität zu den vorgeschalteten Schutzeinrichtungen.


Die Herdanschlussdose

Die Herdanschlussdose ist die Verbindung zwischen der festen Zuleitung und der Anschlussleitung des Geräts. Worauf es ankommt:

  • Zugentlastung für die Geräteleitung
  • Aderfarben sauber zugeordnet: Außenleiter braun, schwarz und grau, N blau, PE grün-gelb (DIN EN IEC 60445). Welche Farbe auf L1, L2 oder L3 liegt, legt die Norm nicht fest; üblich ist L1 braun, L2 schwarz, L3 grau. An der Geräteleitung ordnen die Hersteller die Farben verschieden zu, Bosch etwa legt bei 3N~ Grau auf L1. Alte Anlagen haben oft andere Farben, dann wird gemessen und dokumentiert, nicht geraten.
  • Klemmen mit dem Drehmoment angezogen, das der Hersteller angibt
  • Aderendhülsen bei feindrähtigen Leitern, wo die Klemme sie verlangt
  • Beschriftung des Stromkreises in der Verteilung

Die Dose sitzt meist hinter dem Herd und ist nach dem Herausziehen des Geräts erreichbar. Die Zuleitung dorthin liegt in den Installationszonen nach DIN 18015-3. Die untere waagerechte Zone reicht von 15 bis 45 cm über dem fertigen Fußboden. Neff schreibt in der Montageanleitung, die Geräte-Anschlussdose müsse im gekennzeichneten Bereich oder außerhalb des Einbauraums liegen. Wer die Dose unzugänglich unter dem Einbaugerät versteckt, macht den nächsten Gerätewechsel unnötig schwer.

Die feste Zuleitung bis zur Dose ist üblicherweise NYM-J 5 × 2,5 mm² oder 5 × 4 mm², je nach Bedarf. Die Dose muss für den Querschnitt der Zuleitung ausgelegt sein; für 5 × 4 mm² passt nicht jede. Die Geräteanschlussleitung kommt vom Hersteller oder wird nach seiner Angabe gewählt, bei Neff und Miele H05VV-F, bei AEG H05V2V2-F.


Das Typenschild lesen

Das Typenschild ist die Grundlage für jede Entscheidung am Anschluss. Beim Einbauherd sitzt es oft am Rahmen hinter der Tür, beim Kochfeld auf der Unterseite; Siemens legt einen Gerätepass mit den Daten bei. Darauf steht:

  • Bemessungsspannung, zum Beispiel „220 bis 240 V / 380 bis 415 V 3N~“: einphasig mit 230 V oder dreiphasig mit 400 V und N möglich
  • Bemessungsstrom je Außenleiter oder die Absicherung, die der Hersteller verlangt
  • Bemessungsleistung in kW, bei Kombinationen oft getrennt für Kochfeld und Backofen
  • Modell und Erzeugnis- oder Seriennummer, damit wir den richtigen Anschlussplan finden

Herde und Kochfelder sind Geräte der Schutzklasse I und brauchen den Schutzleiter.

Ein Beispiel: Ein Einbaubackofen mit 3,4 kW darf einphasig an 16 A. Ein Induktionskochfeld mit 7,4 kW wird zwei- oder dreiphasig angeschlossen. Hängen beide an einem gemeinsamen Herdanschluss, sind es rund 10,8 kW, verteilt auf drei Außenleiter. 5 × 2,5 mm² mit 3 × B16 reicht dafür in der Regel.

Viele Induktionskochfelder haben eine einstellbare Leistungsbegrenzung. Sie muss zum Anschluss passen. Wer den Herd „genauso anschließt wie den letzten“, ohne Typenschild und Anleitung zu lesen, erlebt früher oder später eine Überraschung.


Wer anschließen darf

Nach § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) darf die elektrische Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur der Netzbetreiber oder ein Installationsunternehmen errichten, erweitern und ändern, das in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Ausgenommen sind Instandhaltungsarbeiten hinter dem Zähler (§ 13 Abs. 2 Satz 5 NAV). Auch dann gilt: Jede Arbeit muss den anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

  • Zuleitung verlegen oder erneuern, Verteilung anpassen, FI oder Leitungsschutz nachrüsten: nur ein eingetragenes Installationsunternehmen.
  • Inbetriebnahme nach Änderung oder Erweiterung: mit Erstprüfung und Messprotokoll nach DIN VDE 0100-600.
  • Gerät an eine vorhandene Herdanschlussdose klemmen: technisch eine elektrotechnische Arbeit. Bosch, Siemens und Neff schreiben „Nur konzessioniertes Fachpersonal darf Geräte ohne Stecker anschließen“ und schließen bei Schäden durch falschen Anschluss die Garantie aus; Miele und AEG verlangen eine Elektrofachkraft. Wer es selbst macht, muss im Schadensfall belegen, dass richtig angeschlossen wurde.

In unserer Region führen Netze BW, MVV Netze und die örtlichen Stadtwerke solche Installateurverzeichnisse. Wir sind im Installateurverzeichnis der MVV Netze eingetragen und bei der Netze BW und weiteren Netzbetreibern als Gastinstallateur zugelassen.


Was kostet ein Herdanschluss?

Die Zahlen sind Richtwerte aus unserem Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 29.09.2026), brutto mit 19 % Umsatzsteuer. Gerechnet ist mit der Monteurstunde zu 92,28 €, abgerechnet je angefangene Viertelstunde. Die Fahrzeit ab Ketsch zählt als Arbeitszeit, eine Anfahrtspauschale gibt es nicht. Je Einsatz kommen das VDE-Prüfgerät (42,71 €) und Kleinmaterial (8,32 bis 28,95 €) dazu.

Fall Was wir tun Richtwert brutto
Herd oder Kochfeld an eine vorhandene, passende Herdanschlussdose altes Gerät abklemmen, neues nach Anschlussplan anschließen, prüfen und messen 210 bis 330 €
Herdanschlussdose tauschen, zum Beispiel Perilex gegen Festanschluss, die Zuleitung passt Dose setzen, Gerät anschließen, prüfen und messen 260 bis 410 €
Neue Zuleitung vom Verteiler, bis rund 10 m auf Putz im Kanal NYM-J 5 × 2,5 mm², Leitungsschutzschalter 3 × B16 im vorhandenen Verteiler, neue Dose, Gerät anschließen, Erstprüfung 510 bis 760 €
Wie oben, dazu Umbau im Verteiler mit neuem FI zusätzlich FI 4-polig 40 A 30 mA Typ A, Stromkreise neu ordnen 700 bis 940 €

Richtwert, verbindlich ist unser Angebot. Die untere Zahl gilt für Ketsch und die Nachbarorte, die obere für Heidelberg, Mannheim oder Speyer und für Anschlüsse, an denen mehr zu tun ist. Nicht enthalten: Einbau in die Küchenmöbel, Entsorgung des Altgeräts, Leitungen unter Putz, 5 × 4 mm², ein neuer Verteiler oder Zählerschrank. Arbeitet der Meister selbst, kostet die Stunde 106,86 €. Eine ausführliche Anlagendokumentation nach unserem Preis- und Leistungsverzeichnis (117,27 € je Seite) erstellen wir nur, wenn Sie sie wünschen.

Ein Foto vom Typenschild und vom Sicherungskasten vorab macht das Angebot genauer.


Messen nach dem Anschluss

Wird die feste Installation neu errichtet oder geändert, etwa eine neue Zuleitung, eine neue Dose oder ein neuer FI, folgt die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600. Beim reinen Gerätetausch an einer vorhandenen Dose prüfen wir den Anschluss und die Schutzmaßnahmen am bestehenden Stromkreis. Gemessen wird je nach Umfang:

  • Durchgängigkeit des Schutzleiters vom Gerät bis zur Haupterdungsschiene
  • Isolationswiderstand der Installation nach Prüfplan, bei der Erstprüfung mit 500 V Gleichspannung und einem Grenzwert von 1 MΩ. Angeschlossene Geräte mit Elektronik trennen wir vorher ab oder messen so, wie Norm und Hersteller es vorsehen, damit sie keinen Schaden nehmen.
  • Schleifenimpedanz je Außenleiter: Daraus ergibt sich, ob der Leitungsschutzschalter im Fehlerfall schnell genug abschaltet. Die zulässige Abschaltzeit richtet sich nach Netzform und Stromkreis und steht in DIN VDE 0100-410, im TN-System für Endstromkreise bis 32 A sind es 0,4 Sekunden.
  • FI: Auslösestrom und Auslösezeit
  • Spannung an allen Außenleitern gegen N und untereinander, damit keiner fehlt und N richtig sitzt

Das Protokoll gehört zum Anschluss und liegt im Hausordner. Fehlt es im Schadensfall, fehlt der Nachweis.


Was wir an Herdanschlüssen regelmäßig vorfinden

Falsche Brücke gesetzt. Klassiker beim Anschluss in Eigenregie: alle Brücken gesteckt wie bei 1N~, obwohl drei Außenleiter angeschlossen sind. Das ergibt einen Kurzschluss zwischen den Außenleitern, und im Glücksfall löst der Leitungsschutzschalter sofort aus. Ein FI hilft hier nicht, denn er erkennt keinen Kurzschluss zwischen Außenleitern. Ohne auslösende Sicherung verschmort die Anschlussdose.

Querschnitt aus dem Bestand übernommen. „War schon immer 1,5 mm²“, aber der alte Herd hatte 4 kW und der neue hat 11 kW. Die Leitung wird warm, die Klemmen oxidieren, der Übergangswiderstand steigt, und daraus kann ein Brand werden.

Kein FI nachgerüstet. Der Gerätewechsel im Altbau ist ein guter Anlass für einen FI. Wer darauf verzichtet, muss sich nach einem Unfall fragen lassen, warum kein FI da war. Hängt der Herd noch an einer alten Vierdraht-Zuleitung mit klassischer Nullung, geht es nicht direkt: Im TN-C-System darf kein FI eingesetzt werden. Dann kommt zuerst eine fünfadrige Zuleitung.

N nicht angeschlossen. Bei Drehstrom gern vergessen, weil das Gerät angeblich symmetrisch ist. Stimmt nicht: Elektronik, Lüfter und Beleuchtung im Backofen laufen zwischen Außenleiter und N. Ohne N verschiebt sich die Spannung an den Teilverbrauchern unkontrolliert.

Aderendhülsen weggelassen. Feindrähtige Leitung direkt in eine Klemme, die eine Hülse verlangt: Das sieht zunächst gut aus und wird nach Monaten ein lockerer Kontakt. Ein schlechter Kontakt wird warm, Wärme fördert Oxidation, und Oxidation verschlechtert den Kontakt weiter. Am Ende steht ein Brand.

Keine Prüfung dokumentiert. Leitung neu gezogen, Gerät angeschlossen, Strom drauf, läuft, aber kein Messprotokoll im Hausordner. Fragt die Versicherung nach einem Brand danach, ist das eine schlechte Ausgangslage.


Wo der Herdanschluss auf andere Themen trifft

  • Küche komplett: Dunstabzug, Spülmaschine, Kaffeevollautomat, vielleicht ein zweiter Backofen. Jedes Gerät bekommt seinen eigenen Endstromkreis, die FI-Aufteilung wird mitgeplant.
  • Sanierung und neue Verteilung: Hinter dem Herdanschluss hängt oft eine Verteilung aus den 70ern. Dann ist die Sanierung der richtige Anlass, FI-Schutz und Stromkreise neu zu ordnen.
  • Gastronomie und gewerbliche Küchen: Hier gelten andere Größenordnungen, Drehstromgeräte mit 3 × 25 A oder mehr, CEE-Steckdosen und die Prüfpflicht nach DGUV Vorschrift 3.
  • Brandschutz: In Mehrfamilienhäusern kreuzen Leitungen zur Küchenverteilung oft eine Geschossdecke. Die Durchführung braucht dann eine Abschottung nach MLAR.

Was wir für Sie tun

Wir schließen Herde und Kochfelder nach Anschlussplan an, prüfen mit kalibrierten Messgeräten und übergeben das Protokoll. Braucht die Verteilung dabei einen FI, rüsten wir ihn nach Absprache gleich mit nach. Mehr unter Elektroinstallation Rhein-Neckar oder direkt über Kontakt, Telefon 06202 9530190.


Häufige Fragen zum Herdanschluss

Brauche ich für den Herd Drehstrom, oder reicht eine normale Steckdose? Eine Schukosteckdose liefert höchstens 16 A bei 230 V, also rund 3,7 kW. Backofen und Kochfeld zusammen liegen meist deutlich darüber. Außerdem dürfen einphasig angeschlossene Geräte nach VDE-AR-N 4100 höchstens 4,6 kVA haben. Für Backofen mit Kochfeld ist Drehstrom deshalb der Normalfall.

Darf ich einen Einbaubackofen an eine normale Steckdose anschließen? Wenn der Hersteller ihn mit Schukostecker liefert, ja. Bosch liefert einzelne Einbaubacköfen mit 3,4 bis 3,6 kW mit Schukostecker und nennt eine Absicherung von 16 A. Backofen und Kochfeld zusammen gehören dagegen an Drehstrom.

Welcher Querschnitt für die Herdzuleitung? Faustregel: 5 × 2,5 mm² NYM-J mit 3 × B16 für übliche Herde bis rund 11 kW bei normaler Leitungslänge. Verlangt der Hersteller eine höhere Absicherung oder ist die Leitung lang, wird 5 × 4 mm² nötig. Wir rechnen den Spannungsfall konkret nach; nach DIN 18015-1 sollen es hinter dem Zähler nicht mehr als 3 % sein.

Darf ich den Herd selbst anschließen? Arbeiten an der festen Installation, also Zuleitung, Verteilung, FI oder Leitungsschutz, darf nach § 13 NAV nur ein eingetragenes Installationsunternehmen ausführen. Das Anklemmen an eine vorhandene Dose ist rechtlich eine Grauzone, viele Hersteller verlangen dafür aber eine Fachkraft. Führt der Versicherungsnehmer den Schaden grob fahrlässig herbei, darf der Versicherer seine Leistung kürzen (§ 81 Abs. 2 VVG).

Was kostet es, einen Herd anschließen zu lassen? Passt die Dose, liegt der Anschluss bei uns als Richtwert bei 210 bis 330 € brutto, mit neuer Dose bei 260 bis 410 €, mit neuer Zuleitung ab 510 €. Die Fälle stehen oben im Kostenrahmen. Verbindlich ist unser Angebot.

Wie lange dauert ein Herdanschluss? Ein Gerätewechsel an einer passenden Dose dauert vor Ort rund eine bis eineinhalb Stunden. Mit neuer Zuleitung und Arbeit im Verteiler rechnen Sie mit einem halben bis ganzen Arbeitstag.

Muss ich einen neuen Herd beim Netzbetreiber anmelden? Beim Tausch gegen ein Gerät ähnlicher Leistung in der Regel nicht. Kommt ein Elektroherd neu dazu, etwa statt Gas, erhöht sich die vorzuhaltende Leistung; dann ist er dem Netzbetreiber mitzuteilen (§ 19 Abs. 2 NAV). Anmelde- und zustimmungspflichtig sind nach den TAB Einzelgeräte über 12 kW; ein Haushaltsherd mit rund 11 kW liegt darunter. Die Mitteilung übernehmen wir.

Wer schließt den Herd in Ketsch, Schwetzingen, Heidelberg, Mannheim oder Speyer an? Wir, von Ketsch aus in der Region Rhein-Neckar und in Speyer. Den Termin stimmen wir nach Ihrer Anfrage ab.


Quellen und Normen

  • DIN VDE 0100-410: Schutz gegen elektrischen Schlag, zusätzlicher Schutz durch FI
  • DIN VDE 0100-600: Erstprüfung nach Errichtung und Änderung
  • DIN VDE 0298-4: Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen
  • DIN 18015-1 und DIN 18015-3: Planung elektrischer Anlagen in Wohngebäuden, Installationszonen
  • DIN EN IEC 60445 (VDE 0197):2023-02: Kennzeichnung der Leiter
  • Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 13: Arbeiten an der Anlage, Installateurverzeichnis
  • NAV § 19, VVG § 81
  • VDE-AR-N 4100 und die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers
  • Technische Anschlussbedingungen TAB 2023 (Abschnitt 10.1, Tabelle 1)
  • Montageanleitungen Bosch, Siemens, Neff (BSH), Miele, AEG, Stand 2021 bis 2025
  • Titelbild: Max Vakhtbovych auf Pexels (Pexels-Lizenz)

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Schlagwörter

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Tobias Dietrich Elektromeister

DIETRICH.expert GmbH, Meisterbetrieb in Ketsch. Die Firma ist aus der Dietrich Elektro-Service e.K. hervorgegangen und seit 2021 eine GmbH. Innungsfachbetrieb seit 2019, KNX-zertifiziert seit 2020.

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