Brandschutz und Brandabschottung
Wir verschließen Kabel- und Rohrdurchführungen in Brandwänden, Decken und Trennwänden nach MLAR, mit Hilti-Firestop-Systemen, Foto-Dokumentation und Schott-Pass. Für Bauherren, Hausverwaltungen und Betriebe im Rhein-Neckar-Kreis, vom Innungsfachbetrieb aus Ketsch.
Online-Schnellberater: Brandschott-Pflicht in sechs Schritten prüfen
Ein Brandschott gehört zur Wand
Wir sind Elektriker und bohren ständig durch Wände und Decken. Ein Loch mit Bauschaum zu schließen geht schnell, in einer Brandwand ist das aber nicht zulässig. Wo wir durch ein Bauteil mit Feuerwiderstand gehen, setzen wir ein Schott mit Verwendbarkeitsnachweis. Wir sind Hilti Firestop Professional und arbeiten im Neubau, im Bestand und bei Kombischotts, mit Dokumentation, im ganzen Rhein-Neckar-Kreis.

Kombischott in einer Massivwand: Kabel, Kupfer- und Kunststoffrohre gemeinsam abgeschottet.
Hilti Firestop Professional
Geschult für den Einbau von Hilti-Brandschutzsystemen, auch für Kombischotts.
Ausführung nach MLAR
Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie, Fassung 10.02.2015, zuletzt geändert 24.04.2026. In Baden-Württemberg gilt die LAR, Fassung November 2025.
Schott-Pass inklusive
Foto-Dokumentation, Verwendbarkeitsnachweis und Kennzeichnung am Schott. Zusammen ergibt das ein Schottkataster für Ihr Gebäude.
Die meisten Brandopfer sterben am Rauch, nicht an den Flammen. Offene Durchführungen lassen den Rauch in Schächte und andere Geschosse, oft nachts und lange bevor jemand den Brand bemerkt.
Der Flughafenbrand in Düsseldorf 1996
Am 11. April 1996 entzündeten Schweißarbeiten an einer Dehnungsfuge im Terminal A des Düsseldorfer Flughafens die Polystyrol-Dämmung in der Zwischendecke. Das Feuer lief durch die Deckenhohlräume, die Klimaanlage verteilte den Rauch im Gebäude. 17 Menschen starben. Acht von ihnen kamen in der VIP-Lounge von Air France ums Leben, die sie wegen des dichten Rauchs nicht mehr verlassen konnten, sieben in Aufzügen, die in die verrauchte Ebene fuhren.
Seither gilt der Brand als Lehrbeispiel im deutschen Brandschutz. Er zeigt, wie Hohlräume, Schächte und Leitungswege den Rauch weit vom Brandherd tragen.
Deshalb bauen wir jedes Schott mit Nachweis, Kennzeichnung und Foto.
Aktiver und baulicher Brandschutz
Brandabschottung ist baulicher Brandschutz. Sie ergänzt aktive Schutzeinrichtungen, ersetzt sie aber nicht.
Aktiver Brandschutz
Erkennt Fehler oder Brände und schaltet ab, meldet oder löscht.
- Fehlerlichtbogen-Schutz (AFDD) nach DIN VDE 0100-420
- Leitungsschutzschalter (LS) und Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD)
- Brand- und Rauchmelder, Sicherheitsbeleuchtung
- Sprinkleranlagen, Löschtechnik
Baulicher (passiver) Brandschutz
Hält Feuer und Rauch im Brandabschnitt zurück, ohne Energie und ohne Auslösung.
- Brandwände, Brandabschnitte, Trennwände nach EI-Klassifizierung
- Brandschutztüren T 30, T 60, T 90
- Abschottungen für Kabel, Rohre und Kombischotts nach MLAR
- Funktionserhalt sicherheitstechnischer Leitungen (E 30, E 90)
Wir bauen beides: die Schutzeinrichtungen in Zählerschrank und Verteilung und die Abschottung an jeder Wand- und Deckendurchführung.
Was wir bauen
Vier Leistungen, vom Schott im Neubau bis zur Dokumentation im Bestand
Neuverschluss im Neubau
Kabel- und Rohrdurchführungen durch Brandwände, Geschossdecken und Trennwände verschließen wir direkt nach der Verlegung. Das System wählen wir nach Bauteil, Belegung und Verwendbarkeitsnachweis.
- Kabelschotts mit Brandschutzschaum oder Brandschutzdichtmasse
- Rohrschotts mit Bandage, Manschette oder Endlosmanschette
- Kombischotts für gemischte Belegung aus Kabeln und Rohren
- Beschichtete Mineralwollplatten in Kabelkanälen
Bestandsschotts qualifizieren
Alte Brandschotts ohne Nachweis sind ein Haftungsrisiko. Wir nehmen den Bestand auf, bewerten Material und Ausführung und ersetzen kritische Schotts durch geprüfte Systeme, mit nachträglicher Dokumentation.
- Begehung mit Foto-Inventar
- Bewertung nach aktueller MLAR und Nachweis (abP, abZ, aBG)
- Sanierung mit Hilti-Systemen, nach Priorität sortiert
- Auch fremde Schotts, wir bauen sauber zu Ende
Kabel- und Rohr-Abschottung
Das Kerngeschäft nach MLAR: Kabelbündel, einzelne Leitungen, brennbare und nichtbrennbare Rohre durch klassifizierte Bauteile. Jede Variante hat ihr System und ihren Verwendbarkeitsnachweis.
- Brennbare Rohre über 32 mm Außendurchmesser: Manschette oder Bandage
- Nichtbrennbare Rohre mit brennbarer Dämmung: Bandage oder Wickelband
- Kabelbündel: Schaum, Dichtmasse oder Mörtel
- Dehnungs- und Anschlussfugen gleich mit
Dokumentation und Verwendbarkeitsnachweis
Ohne Nachweis lässt sich ein Schott im Streitfall kaum verteidigen. Jedes Schott, das wir einbauen, bekommt Foto, Maßangabe, Verwendbarkeitsnachweis und Schott-Pass. Zusammen ergibt das ein Schottkataster für Ihr Gebäude, nachvollziehbar für Bauabnahme, Bestandsdokumentation, Facility Management und Versicherer. Auf Wunsch mit QR-Code-Schild direkt am Schott.
- Foto-Dokumentation vor und nach dem Verschluss
- Schott-Pass mit Verwendbarkeitsnachweis (abP, abZ, aBG, ETA)
- Inventarliste als PDF und in den Bestandsplänen
- QR-Code-Schild direkt am Schott (auf Wunsch)
- Übergabe an Architekt, Bauleitung und Hausverwaltung
Direkt zu uns Anrufen: 06202 9530190 Anfrage stellen E-Mail schreiben
Systemwahl und Kosten
Systemwahl nach Bauteil und Nachweis
Neben Mörtel- und Kombischotts setzen wir Weichschotts aus beschichteten Mineralwollplatten ein, wenn später Kabel nachbelegt werden sollen, und Brandschutzkissen für Verschlüsse, die wieder geöffnet werden müssen. Welches System zulässig ist, entscheiden das Bauteil und der Verwendbarkeitsnachweis (abP, aBG, ETA) für genau diese Einbausituation.
Was ein Schott kostet
Ein kleines Kabelschott mit bis zu vier Kabeln liegt als Richtwert bei 200 bis 300 Euro. Oft entstehen die eigentlichen Kosten drumherum: Zugänglichkeit, Arbeitshöhe, Zahl der Durchführungen je Trasse, Umfang der Dokumentation und Anfahrt. Deshalb kalkulieren wir Brandschott-Arbeiten nach einer Begehung, im Bestand geht es seriös nicht anders. Verbindlich ist nur unser Angebot.
Rechtsrahmen aus MBO, LBO Baden-Württemberg und MLAR
Die drei Regelwerke greifen ineinander.
§ 40 MBO
Die Musterbauordnung legt in § 40 fest, dass Leitungen durch raumabschließende Bauteile mit vorgeschriebener Feuerwiderstandsfähigkeit nur geführt werden dürfen, wenn eine Brandausbreitung ausreichend lang nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen dagegen getroffen sind. Diese Vorkehrung ist das Schott.
- Muster für die Landesbauordnungen, selbst nicht rechtsverbindlich
- Die MLAR konkretisiert § 40 MBO
LBO Baden-Württemberg
Die Landesbauordnung Baden-Württemberg orientiert sich an der MBO und ist die rechtsverbindliche Grundlage für Bauvorhaben im Land, auch für Sanierungen.
- Leitungsdurchführungen regelt § 31 Abs. 2, seit 28.06.2025 inhaltlich wie § 40 Abs. 1 MBO
- Verweist auf die eingeführten Technischen Baubestimmungen
- Macht die LAR und die LüAR (jeweils Fassung November 2025) über die VwV TB verbindlich
MLAR
Die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie regelt Leitungen in notwendigen Treppenräumen und Fluren, Durchführungen durch raumabschließende Bauteile und den Funktionserhalt elektrischer Leitungsanlagen im Brandfall.
- Fassung 10.02.2015, geändert am 03.09.2020
- Erleichterungen für einzelne Leitungen in Abschnitt 4.3
- Änderung vom 24.04.2026 gilt erst nach Übernahme ins Landesrecht
Die Wand hat eine Feuerwiderstandsklasse, zum Beispiel F 90 oder EI 90. Das Schott muss mindestens dieselbe Feuerwiderstandsfähigkeit erreichen. National werden Abschottungen nach DIN 4102-9 (Kabel) und DIN 4102-11 (Rohre) geprüft, europäisch nach DIN EN 1366-3 und klassifiziert nach DIN EN 13501-2. Die Klasse steht im Verwendbarkeitsnachweis des Schott-Systems.
Kombischott und Verwendbarkeitsnachweis
Wer mehrere Leitungsarten durch eine Öffnung führt, baut ein Kombischott. Dafür braucht es einen Nachweis für genau diese Belegung, meist eine allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) des DIBt. Den Einbau übernehmen geschulte Monteure; wir sind Hilti Firestop Professional.
- abP, allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis
- abZ und aBG, allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und allgemeine Bauartgenehmigung
- ETA, Europäische Technische Bewertung für CE-gekennzeichnete Produkte
Schottsysteme in der Praxis
Drei Bauformen, die wir häufig einsetzen, alle mit Hilti-Material und dokumentiert.

Stein- und Mörtelschott
Größere Öffnungen mauern wir mit zugeschnittenen Brandschutzsteinen aus. Fugen und Restöffnungen verschließen wir mit Brandschutzdichtmasse oder Mörtel, bündig und von beiden Seiten kontrolliert.

Kabel- und Kombischott
Für Kabelbündel und gemischte Belegung aus Strom, Daten und Rohren. Schaum oder Dichtmasse, je nach Nachweis des Systems, mit zugelassenem Aufbau bis EI 90 oder EI 120.

Schott-Pass am fertigen Bauteil
Jedes Schott bekommt ein Schild mit Systembezeichnung, Klasse und Verwendbarkeitsnachweis. Bauleitung, Hausverwaltung und Versicherer finden den Nachweis direkt am Bauteil.
Hilti bietet mit den Firestop-Linien CP und CFS geprüfte Systeme für Kabel-, Rohr- und Kombischotts sowie für Gebäudefugen. Wir verbauen standardmäßig Hilti-Material.
- Hilti Firestop Professional
- Systeme der Linien CP und CFS

Anwendungsfotos: Hilti Deutschland AG.
Schott-Systeme nach Art der Durchführung
Übersicht nach Belegung. Jede Anwendung braucht ihren eigenen Nachweis (abP, abZ, aBG oder ETA).
| Durchführung | System-Familie | Hilti-Produkt (Beispiel) | Feuerwiderstand | Wichtig in der Praxis |
|---|---|---|---|---|
| Einzelnes Kabel oder Kabelbündel | Acryl-Dichtmasse, Brandschutzdichtmasse, Brandschutzschaum | CFS-S ACR, CP 611A, CFS-F FX | EI 30 bis EI 120 | Restspalt sauber schließen, beidseitig prüfen, im Bestand vor dem Verschluss reinigen. |
| Brennbares Kunststoffrohr (PE, PP, PVC) | Brandschutzmanschette, intumeszierender Einsatz | CFS-C P, CP 643 N | EI 30 bis EI 120 je nach Rohrdurchmesser | Einbau nach Nachweis: einseitig oder beidseitig, nicht raten. |
| Nichtbrennbares Stahlrohr mit Dämmung | Brandschutzschaum oder Brandschutzmörtel mit Bandage | CP 611A mit CFS-B, CP 636 mit CFS-B | EI 30 bis EI 90 | Dämmung im festgelegten Abstand zum Schott unterbrechen. |
| Gemischte Belegung (Kabel und Rohre) | Brandschutzmörtel, Weichschott aus Mineralwolle | CP 636, CFS-M RG, CFS-CT | EI 60 bis EI 120 | Standard für Schächte sowie große Wand- und Deckendurchbrüche. |
| Großer Verschluss, Sanierung | Brandschutzplatten mit Beschichtung | CFS-CT | EI 60 bis EI 120 | Nachrüstung im Bestand, dauerelastische Anschlussfugen pflegen. |
| Holzdecke oder Holzwand | Schaum oder Mörtel mit Eignung für Holzbauteile | nur Systeme mit Nachweis für Holzbauteile | je nach Nachweis | Nicht jedes System ist im Holzbau zugelassen. |
Quellen: Hilti Firestop Technische Information (Stand 2025), MLAR (Fassung 10.02.2015, zuletzt geändert 24.04.2026), LAR Baden-Württemberg (Fassung November 2025), DIN 4102-9, DIN 4102-11, DIN EN 1366-3. Die endgültige Systemwahl richtet sich nach der Bauteilkonstruktion, der konkreten Durchführung und dem gültigen Nachweis (abP, abZ, aBG oder ETA). Wir prüfen das im Objekt und dokumentieren es im Schott-Pass.
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Brandschutz greift in andere Gewerke
Wo wir Schotts setzen, sind wir meist schon vorher mit dem Gewerk dort.
- Elektroinstallation Jede Verteilung erzeugt Wand- und Deckendurchbrüche.
- Netzwerktechnik Kabelbündel beim Etagenwechsel und Schotts am Serverraum.
- Sicherheitstechnik Alarm-, Kamera- und Sicherheitsleitungen mit Funktionserhalt E 30 oder E 90.
- KNX und Systemintegration Busleitungen, die durch klassifizierte Bauteile gehen.
- Wallboxen und E-Mobilität Zuleitungen in Mehrfamilienhäusern und Tiefgaragen queren Brandabschnitte.
- Zutrittskontrolle Brandschutztür mit elektrischem Beschlag, ein eigenes Schott-Thema.
- Technische Ausstattung Notbeleuchtung und sicherheitstechnische Leitungen mit Funktionserhalt.
- Vertiefung im Blog MLAR, LBO und MBO in der Praxis, für Bauherren, Planer und Verwalter.
Weitere Fachartikel
- E-Check und DGUV V3: Schotts fallen bei der Wiederholungsprüfung auf
- Ladenbau und Praxismodernisierung: Sanierung mit Brandschott-Konzept
- Netzwerkinstallation und WLAN-Optimierung: Brandschotts für Kabelbündel
- Alarmanlagen und Videoüberwachung: Funktionserhalt sicherheitstechnischer Leitungen
Häufige Fragen zu Brandschutz und Brandschotts
Antworten auf Praxisfragen aus Bau, Sanierung und Bestand
Was ist ein Brandschott und wann ist eines vorgeschrieben?
Ein Brandschott verschließt die Öffnung, durch die Leitungen oder Rohre eine raumabschließende Wand oder Decke durchdringen, damit das Bauteil seine Feuerwiderstandsfähigkeit behält. Vorgeschrieben ist es überall dort, wo das Bauteil feuerwiderstandsfähig sein muss, etwa in Brandwänden, Trennwänden zwischen Nutzungseinheiten, Decken zwischen Geschossen und Wänden von Treppenräumen. Ausgenommen sind nach § 31 Abs. 2 LBO Baden-Württemberg (Muster: § 40 MBO) Gebäude der Gebäudeklassen 1 und 2, Durchführungen innerhalb von Wohnungen und innerhalb einer Nutzungseinheit mit höchstens 400 m² in höchstens zwei Geschossen. Die technischen Anforderungen stehen in Baden-Württemberg in der Leitungsanlagen-Richtlinie LAR, Fassung November 2025 (Muster: MLAR).
Was unterscheidet aktiven von baulichem Brandschutz?
Aktiver Brandschutz erkennt Fehler oder Brände und greift ein: Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD), Leitungsschutzschalter, Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD), Brandmelder, Sprinkleranlagen. Baulicher (passiver) Brandschutz hält Feuer und Rauch auf: Brandwände, Brandschutztüren, Abschottungen und der Funktionserhalt sicherheitstechnischer Leitungen. Beides ergänzt sich. Wer nur aktiv plant, hat im Schadenfall trotzdem offene Brandwände; wer nur baulich plant, bemerkt den Brand erst, wenn das Bauteil schon belastet ist.
Welche Klasse muss ein Schott haben?
Mindestens die Feuerwiderstandsfähigkeit der Wand oder Decke, durch die es führt (MLAR, Abschnitt 4.1.2). Eine feuerbeständige Wand, also F 90 oder EI 90, braucht ein Schott, das 90 Minuten standhält. Welche Klasse ein Schott-System erreicht, steht in seinem Verwendbarkeitsnachweis. Wir prüfen vor dem Einbau die Klassifizierung des Bauteils und wählen das passende System.
Was ist die MLAR und welche Fassung gilt?
Die Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (MLAR) ist die zentrale technische Regel für Leitungen im Brandschutz. Sie regelt Leitungsanlagen in notwendigen Treppenräumen und Fluren, die Führung von Leitungen durch raumabschließende Wände und Decken und den Funktionserhalt elektrischer Leitungsanlagen im Brandfall. Die Muster-Fassung stammt vom 10.02.2015 und wurde am 03.09.2020 geändert. Eine weitere Änderung hat die Fachkommission Bauaufsicht am 24.04.2026 beschlossen; sie gilt erst, wenn das jeweilige Land sie übernommen hat. Verbindlich wird die MLAR über die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen des Landes.
Wann greifen die Erleichterungen in Abschnitt 4.3 MLAR?
Abschnitt 4.3 erlaubt für einzelne Leitungen Durchführungen ohne geprüftes Schott-System. In gemeinsamen Durchbrüchen zulässig sind einzelne elektrische Leitungen, nichtbrennbare Rohre bis 160 mm Außendurchmesser (außer Aluminium und Glas) sowie brennbare Rohre für nichtbrennbare Medien und Installationsrohre bis 32 mm Außendurchmesser. Bedingungen: Mindestabstände zwischen den Leitungen (einfacher, bei brennbaren Rohren fünffacher Durchmesser), eine Bauteildicke von mindestens 80 mm bei feuerbeständigen, 70 mm bei hochfeuerhemmenden und 60 mm bei feuerhemmenden Wänden und Decken, und der Zwischenraum wird vollständig mit Zementmörtel oder Beton verschlossen. In eigenen Bohrungen genügt Mineralfaser mit mindestens 1.000 °C Schmelztemperatur bei höchstens 50 mm Spalt oder ein im Brandfall aufschäumender Baustoff bei höchstens 15 mm Spalt.
Wer haftet, wenn ein Brandschott nicht fachgerecht ausgeführt wurde?
Im Schadenfall geht die Kette zurück bis zum ausführenden Betrieb und zum Planer. Einem Schott ohne Verwendbarkeitsnachweis fehlt die Grundlage für die Abnahme. Versicherer können Leistungen kürzen oder verweigern, etwa wegen Gefahrerhöhung oder grober Fahrlässigkeit. Wer eine Brandwand anbohrt und die Öffnung nicht fachgerecht schließt, schuldet die Sanierung und haftet im Brandfall für die Folgen. Die meisten Brandopfer sterben am Rauch, nicht an den Flammen, und offene Durchführungen lassen diesen Rauch in andere Geschosse.
Was ist ein Kombischott, und wer darf es einbauen?
Ein Kombischott ist eine Abschottung, durch die mehrere Leitungsarten gemeinsam führen, etwa Kabel, Kabelbündel, Metall- und Kunststoffrohre. Zulässig ist es nur mit einem Nachweis für genau diese Belegung, meist einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Den Einbau übernehmen geschulte Monteure. Wir sind Hilti Firestop Professional und bauen Hilti-Systeme nach den Vorgaben des jeweiligen Nachweises ein.
Können bestehende, fremde Brandschotts nachträglich qualifiziert werden?
Bedingt. Ohne Verwendbarkeitsnachweis und ohne Kennzeichnung ist ein altes Schott rechtlich unklar, auch wenn es dicht aussieht. Sinnvoll ist zuerst eine Bestandsaufnahme: Foto-Dokumentation, Vergleich mit den heutigen Anforderungen, Bewertung der eingebauten Materialien. Meist ist ein Neueinbau nach aktuellem Stand mit vollständiger Dokumentation die saubere Lösung. In seltenen Fällen lässt sich ein bestehender Aufbau über die Stellungnahme eines Sachverständigen erhalten.
Welche Nachweise gibt es für Brandschotts?
Drei Arten kommen vor. Das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP) stellt eine anerkannte Prüfstelle aus. Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) oder allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) erteilt das DIBt, bei Kombischotts ist sie die Regel. Die Europäische Technische Bewertung (ETA) beruht auf Prüfungen nach DIN EN 1366-3 und ist Grundlage der CE-Kennzeichnung. National geprüft wird nach DIN 4102-9 (Kabelabschottungen) und DIN 4102-11 (Rohrabschottungen), europäisch klassifiziert nach DIN EN 13501-2. Welcher Nachweis für ein System gilt, steht in den Unterlagen des Herstellers.
Ab welchem Rohrdurchmesser brauchen brennbare Rohre ein Schott?
Brennbare Rohre für nichtbrennbare Medien dürfen bis 32 mm Außendurchmesser nach den Erleichterungen der MLAR (Abschnitt 4.3) ohne geprüftes Schott durchgeführt werden, wenn Abstände und Verschluss mit Zementmörtel oder Beton stimmen und das Bauteil mindestens 80 mm (feuerbeständig), 70 mm (hochfeuerhemmend) oder 60 mm (feuerhemmend) dick ist. Größere brennbare Rohre brauchen eine geprüfte Rohrabschottung nach ihrem Verwendbarkeitsnachweis, etwa eine Brandschutzmanschette oder Bandage. Für Rohre mit Dämmung gelten eigene Regeln (MLAR, Abschnitt 4.3.3).
Brandschott & Brandschutz
Brandschotts prüfen und fachgerecht schließen lassen
Wir kommen ins Objekt, nehmen den Bestand auf und sagen klar, was zu tun ist.
Wir melden uns in den Bürozeiten (Mo bis Fr 8 bis 12 Uhr). Im Kontaktformular sind alle Angaben vorbereitet, die wir für ein Angebot brauchen.