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SicherheitEmpfohlen

Alarmanlagen und Videoüberwachung in der Praxis

Einbruchmeldeanlagen nach DIN VDE 0833 und DIN EN 50131, IP-Video mit H.265 und ONVIF, KI-Analyse und DSGVO: wie wir Sicherheitstechnik planen und übergeben.

Autor
Tobias Dietrich, Elektromeister, Sicherheitstechnik
Veröffentlicht
Aktualisiert
Lesezeit
11 Min.
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Ob Sicherheitstechnik im Ernstfall funktioniert, entscheiden Kameraposition, Melderauswahl und regelmäßige Inspektion, nicht das Datenblatt. Eine Kamera, die nachts nur grobe Pixel liefert. Ein Bewegungsmelder, der bei jedem Luftzug am Vorhang auslöst. Eine Alarmzentrale, deren Akku seit Jahren schwach ist, ohne dass es jemand merkt, weil die Inspektion nie gemacht wurde. Genau das will im Schadensfall weder der Bauherr noch der Versicherer vorfinden.

Wir bauen Einbruchmeldeanlagen nach DIN VDE 0833-3 und DIN EN 50131 in den Graden 2 und 3 und Videoüberwachung mit IP-Kameras nach ONVIF, lokal gespeichert, ohne Cloud-Zwang und mit der Datenschutz-Dokumentation, die dazugehört. Unsere üblichen Hersteller: UniFi Protect für Video im Privat- und Kleingewerbe, Axis, wo die Bildqualität entscheidet, und Indexa für Einbruchmeldeanlagen.

Dieser Beitrag zeigt, wie wir Sicherheitstechnik planen, von der Risikoanalyse über die Normen bis zur Übergabe.

Zum Leistungsumfang: Brandmeldeanlagen nach DIN 14675 bauen wir nicht selbst, ebenso wenig Anlagen, die ein Versicherer von einem VdS-anerkannten Errichter verlangt. Dafür arbeiten wir mit spezialisierten Partnerbetrieben zusammen. Selbst bauen wir Einbruchmeldeanlagen, IP-Videoüberwachung, Zutrittskontrolle und Brandschotts nach MLAR mit Hilti Firestop.


Normen und Grade

Was die Normen regeln

Norm Inhalt Anwendungsbereich
DIN VDE 0833-1 allgemeine Anforderungen an Gefahrenmeldeanlagen gemeinsame Grundlage, auch für Instandhaltung
DIN VDE 0833-3 Einbruch- und Überfallmeldeanlagen Planung, Errichtung, Betrieb
DIN EN 50131 europäische Normenreihe für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen Anforderungen an System und Komponenten, Grade 1 bis 4
DIN EN 62676 Videoüberwachungsanlagen Planung, Bild- und Aufzeichnungsqualität
DIN EN 50136 Alarmübertragungsanlagen Übertragung zur Notruf- und Serviceleitstelle
Art. 35 DSGVO Datenschutz-Folgenabschätzung bei hohem Risiko, etwa umfangreicher Überwachung öffentlich zugänglicher Bereiche
Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO Rechtsgrundlage für private Videoüberwachung berechtigtes Interesse, Erforderlichkeit, Hinweispflicht

Für Videoüberwachung durch private Betreiber gilt seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27.03.2019 (6 C 2.18) Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, nicht mehr § 4 BDSG.

Welcher Grad wann sinnvoll ist

DIN EN 50131 teilt Einbruchmeldeanlagen nach Risiko und Täterprofil in vier Grade ein. Für unsere Kundenprojekte sind Grad 2 und 3 die üblichen Stufen.

Grad Schutzziel Typischer Einsatz
Grad 2 geringes bis mittleres Risiko, Täter mit wenig Wissen und einfachem Werkzeug Wohnung, Einfamilienhaus, kleines Büro
Grad 3 mittleres bis hohes Risiko, Täter mit Systemkenntnis und umfangreichem Werkzeug Haus mit Wertgegenständen, Praxis, Lager mit hohem Warenwert
Grad 4 hohes Risiko, gut vorbereitete Täter Tresorräume, Banken, meist Spezialerrichter

Im Einfamilienhaus reicht in der Regel Grad 2. Wer einen Tresor mit erheblichem Inhalt hat, eine Arztpraxis betreibt oder eine Sammlung absichert, landet schnell bei Grad 3.

Verlangt Ihr Versicherer eine VdS-anerkannte Anlage, etwa bei Juwelieren, bestimmten Apotheken oder im Edelmetallhandel, braucht es einen VdS-anerkannten Errichter. Das machen wir nicht selbst. Wir arbeiten dann mit anerkannten Partnerbetrieben zusammen und übernehmen die Einbindung in die übrige Elektroinstallation.


Aufbau einer Einbruchmeldeanlage

Mehrere Ebenen der Erkennung

Eine gute Anlage verlässt sich nicht auf eine einzige Erkennungsschicht:

  • Außenhaut: Magnetkontakte an Fenstern und Türen, Glasbruchmelder an großen Glasflächen, Erschütterungsmelder an Wänden zu Tresorräumen
  • Innenraum: Bewegungsmelder (Infrarot, bei höheren Anforderungen kombiniert mit Mikrowelle), Vorhangmelder an ausgewählten Stellen
  • Sonderfunktionen: Überfallmelder still oder laut, Wassermelder, Rauchmelder als Ergänzung, Notruftaster

Zentrale, Bedienteil und Signalgeber

  • Zentrale mit Notstromversorgung, deren Überbrückungszeit sich nach Grad und Übertragungsweg richtet (DIN EN 50131-6)
  • Bedienteil im geschützten Bereich, bedient mit Code, Transponder oder Schlüsselschalter
  • Außensirene mit Blitzleuchte, gegen Sabotage gesichert
  • Innensirene, in allen wichtigen Räumen hörbar
  • Übertragung: Push-Nachricht oder Anruf im Privatbereich, bei höheren Anforderungen eine Übertragungseinrichtung nach DIN EN 50136 zur Notruf- und Serviceleitstelle eines Dienstleisters

Funk, Hybrid oder verdrahtet

Aspekt Verdrahtet Hybrid Funk
Sicherheit gegen Manipulation sehr hoch hoch mittel, gute Verschlüsselung nötig
Aufwand bei der Installation hoch, Schlitze und Leitungen mittel gering
Eignung im Bestand aufwendig gut sehr gut
Energie der Melder über die Leitung gemischt Batterien, regelmäßiger Wechsel
Erreichbarer Grad bis Grad 4 meist bis Grad 3 meist Grad 2, mit Funkkomponenten nach Grad 3 auch Grad 3
Beispiele für Hersteller Honeywell, Telenot, Bosch Indexa, ABUS, Telenot ABUS, Indexa

Im Bestand setzen wir meist auf Hybridsysteme: die Außenhaut per Funk, Zentrale und Bedienteile verdrahtet. Im Neubau ist verdrahtet die bessere Wahl, weil die Wände ohnehin offen sind.


IP-Videoüberwachung heute

Was eine Kamera können sollte

Merkmal Stand der Technik
Auflösung nach Schutzziel gewählt, meist 4 bis 8 Megapixel, 4K entspricht etwa 8 Megapixeln, für Übersichtskameras auch mehr
Kompression H.265, bei gleicher Qualität deutlich weniger Datenrate als H.264
Protokoll ONVIF Profil S (Streaming), T (erweitertes Video, H.265) und G (Aufzeichnung)
Nachtsicht Infrarot mit typisch 20 bis 50 m Reichweite, Gegenlichtausgleich und WDR
Schutzart IP66 außen, IK10 in Bereichen mit Vandalismus
Stromversorgung PoE+ (IEEE 802.3at), PoE++ (802.3bt) bei Heizung oder mehreren Sensoren
Analyse Unterscheidung von Personen und Fahrzeugen, Linienüberschreitung, Bereichsüberwachung, Kennzeichenerkennung

H.264 und H.265 im Vergleich

Wer mit H.264 plant, braucht deutlich mehr Speicher und Bandbreite als mit H.265 (HEVC) bei gleicher Bildqualität. Herstellereigene Verfahren wie Zipstream bei Axis senken den Speicherbedarf bei ruhigen Szenen weiter. Wie viel eine 4K-Kamera am Tag erzeugt, hängt stark vom Aufzeichnungsmodus ab: Bei ereignisgesteuerter Aufzeichnung einer ruhigen Szene sind es oft nur wenige Gigabyte, bei Daueraufzeichnung ein Vielfaches davon.

Speicher und Aufzeichnung

  • Netzwerkrekorder vor Ort, mit Festplatten für den Dauerbetrieb in der Videoüberwachung, keine Desktop-Festplatten
  • RAID 1 oder RAID 5 bei wichtigen Anwendungen, im Gewerbe üblich
  • Daueraufzeichnung dort, wo es der Zweck erfordert, sonst ereignisgesteuert
  • Vor- und Nachlaufzeit einstellen, zum Beispiel einige Sekunden vor und eine halbe Minute nach dem Ereignis
  • Speicherdauer nach Zweck: Die Datenschutzaufsichtsbehörden halten in ihrer Orientierungshilfe zur Videoüberwachung in der Regel 72 Stunden für ausreichend. Längere Fristen brauchen eine dokumentierte Begründung.

Hersteller, die wir einsetzen, und warum

UniFi Protect (Ubiquiti)

Lokal, ohne Cloud-Zwang und ohne laufende Lizenzkosten. Deshalb ist UniFi Protect im Privat- und Kleingewerbe unsere übliche Empfehlung.

  • Cloud Key Gen2 Plus oder UniFi-Netzwerkrekorder (UNVR) als Aufzeichnungsgerät, die Aufnahmen bleiben im Haus
  • Bullet-, Dome-, PTZ-Kameras und Türklingel in verschiedenen Auflösungen, mit Infrarot und eingebauter Erkennung von Personen und Fahrzeugen
  • AI Key als Zusatzgerät für erweiterte Analyse
  • ein System für Netzwerk, WLAN, Türstation, Zutritt und Video
  • nach dem Kauf keine Abokosten für den Betrieb
  • Schwächen: weniger forensische Bildqualität als Axis, weniger Einstellmöglichkeiten bei Belichtung und Kompression, stark abhängig von einem sauberen UniFi-Netz

Axis Communications

Hersteller mit sehr hoher Bildqualität und großer Konfigurationstiefe, entsprechend teurer.

  • sehr gute Bilder auch bei schwierigem Licht, etwa mit Lightfinder und Forensic WDR
  • volle ONVIF-Unterstützung, einsetzbar mit gängiger Videomanagement-Software wie Milestone oder Genetec
  • Q-Serie für anspruchsvolle Aufgaben, P-Serie als robuster Standard, M-Serie als günstigerer Einstieg
  • AXIS Camera Station als eigene Videomanagement-Software
  • wann wir Axis empfehlen: forensische Anforderungen, schwieriges Licht, lange Aufbewahrung mit hoher Bildqualität, größere Anlagen

Indexa

Einbruchmeldetechnik eines deutschen Herstellers, mit Schwerpunkt auf Funk- und Hybridsystemen.

  • Funk- und Hybridzentralen für Einfamilienhaus und kleines Gewerbe
  • App für Scharf- und Unscharfschalten, Statusabfrage und Push-Nachrichten
  • erweiterbar um Rauch- und Wassermelder und Schnittstellen zur Hausautomation
  • wartungsfreundlich mit deutscher Dokumentation
  • wann wir Indexa einsetzen: Einfamilienhaus bis kleines Gewerbe, wenn Grad 2 reicht und gute Wartbarkeit wichtiger ist als ein höherer Grad

KI-gestützte Videoanalyse

Was sie gut kann

  • Personen und Fahrzeuge unterscheiden: Mensch, Tier, Auto, Lieferwagen und Fahrrad werden auseinandergehalten, Fehlalarme durch die Katze im Garten gehen deutlich zurück
  • Linienüberschreitung: Eine virtuelle Linie wird überquert, das löst eine Meldung aus. Sinnvoll an Zäunen, Toren und Lagerbereichen.
  • Bereichsüberwachung: Eine Person hält sich zu einer bestimmten Zeit in einem festgelegten Bereich auf
  • Verweildauer: Eine Person bleibt ungewöhnlich lange an einer Stelle
  • Kennzeichenerkennung: gut brauchbar, wenn Licht und Kameraposition stimmen
  • Suche nach Merkmalen: „Person mit roter Jacke“, „weißer Transporter“. Moderne Videomanagement-Software durchsucht Stunden an Aufzeichnung in kurzer Zeit.

Was sie nicht kann

  • Schlechte Bilder bleiben schlecht. Auf einer falsch montierten oder verschmutzten Kamera erzeugt KI keine besseren Meldungen, sondern falsche Sicherheit.
  • Biometrische Gesichtserkennung verarbeitet besonders geschützte Daten und verlangt eine gesonderte datenschutzrechtliche Prüfung. Für öffentlich zugängliche Bereiche bieten wir sie nicht pauschal an.
  • KI ersetzt keinen Schutz vor Manipulation. Eine Kamera, deren Stromversorgung sich kappen lässt, ist mit oder ohne KI weg.

Was realistisch ist

Klassische Bewegungserkennung meldet an einem Gewerbeobjekt oft mehrmals am Tag, fast immer ohne echten Anlass: Vögel, Schatten, Lichtwechsel, Wind in den Pflanzen. Mit einer Klassifizierung nach Personen und Fahrzeugen gehen diese Fehlalarme deutlich zurück. Erst dann sind Push-Nachrichten wieder etwas, das man ernst nimmt.


Datenschutz bei Videoüberwachung

Wann eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig ist

Nach Art. 35 DSGVO ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) nötig, wenn eine Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten von Personen hat. Ausdrücklich genannt ist die systematische umfangreiche Überwachung öffentlich zugänglicher Bereiche (Art. 35 Abs. 3 lit. c). Die Aufsichtsbehörden haben dazu eine Liste veröffentlicht, in welchen Fällen eine DSFA immer nötig ist.

Häufig nötig oder zumindest sorgfältig zu prüfen ist sie bei:

  • Überwachung großer öffentlich zugänglicher Flächen wie Verkaufsraum, Gastraum oder Wartebereich
  • Kombination der Videoüberwachung mit automatischer Auswertung von Personen
  • Überwachung von Arbeitsplätzen. In Betrieben mit Betriebsrat ist sie außerdem nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG mitbestimmungspflichtig.

Ob eine DSFA nötig ist, entscheidet der Betreiber, bei Bedarf mit seinem Datenschutzbeauftragten oder einer Kanzlei. Wir liefern dafür die technischen Angaben zu jeder Kamera: Zweck, Erfassungsbereich, Ort, Speicherdauer und Auswertung. Bei einer Kamera, die nur das eigene Grundstück ohne öffentlichen Raum erfasst, oder bei einem klar abgegrenzten Eingangsbereich ohne Arbeitsplatz im Bild fällt die Prüfung oft kürzer aus. Dokumentiert wird sie trotzdem.

Die Schritte einer DSFA

  1. Beschreibung der geplanten Verarbeitung: Was wird wo aufgenommen, wie lange gespeichert, wer hat Zugriff?
  2. Bewertung der Notwendigkeit: Welcher Zweck wird verfolgt, gibt es mildere Mittel?
  3. Risiken für die Betroffenen: Persönlichkeitsrechte, Bewegungsprofile, Missbrauch
  4. Schutzmaßnahmen: Privatzonen, Zugriffsprotokolle, Speicherfristen, Verschlüsselung, Speicherung vor Ort
  5. Dokumentation und, bei verbleibend hohem Risiko, Konsultation der Aufsichtsbehörde

Was wir technisch umsetzen

  • Kameraausrichtung ohne Nachbargrundstücke und öffentliche Wege, notfalls mit Abdeckung oder elektronischer Maskierung
  • Privatzonen in der Software für Bereiche, die nie aufgezeichnet werden dürfen, etwa Nachbarfenster oder den Eingang einer Privatwohnung
  • Hinweisschilder nach der Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz: Symbol, Verantwortlicher, Zweck, Speicherdauer, Hinweis auf weitere Informationen
  • automatische Löschung nach der festgelegten Frist, in der Regel nach 72 Stunden, länger nur mit dokumentierter Begründung
  • Zugriffsprotokoll: Wer hat wann welche Aufnahme angesehen?
  • Eintrag in das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO, als Vorlage für den Auftraggeber

Funktionserhalt im Brandfall

Hier trifft Sicherheitstechnik auf Brandschutz. Die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) verlangt für Leitungen bestimmter sicherheitstechnischer Anlagen einen Funktionserhalt im Brandfall, je nach Anlage für 30 oder 90 Minuten.

Betroffen sind unter anderem:

  • Sicherheitsbeleuchtung und Sicherheitsstromversorgung
  • Alarmierungsanlagen in Sonderbauten
  • Feuerwehraufzüge
  • Brandmeldeanlagen, die wir nicht selbst errichten

Für klassische Einbruchmeldeanlagen und Videoüberwachung ist Funktionserhalt nicht pauschal vorgeschrieben. Anders ist es, wenn die Anlage Teil einer Brandfallsteuerung ist oder das Brandschutzkonzept sie als sicherheitstechnische Anlage einstuft.

Praktisch heißt das: Früh klären, welche Leitungen Funktionserhalt brauchen. Das bestimmt Leitungswege, Kabel und geprüfte Verlegesysteme, Befestigung und die Abschottungen an den Durchführungen. Wer hier improvisiert, bekommt Probleme bei der Abnahme. Mehr dazu im Beitrag über Brandschotts.


Zutrittskontrolle als Ergänzung

Eine Einbruchmeldeanlage wird meist vom Letzten scharfgeschaltet, der das Objekt verlässt, und vom Ersten unscharf, der morgens kommt. Klassisch geht das per Code oder Schlüsselschalter. Nachvollziehbarer ist es mit einer elektronischen Zutrittskontrolle:

  • dormakaba Matrix One mit Schnittstelle zur Einbruchmeldeanlage oder evolo smart für kleinere Objekte
  • UniFi Access mit Türöffner, Video und Anbindung an das UniFi-System
  • Salto für größere Anlagen mit feinen Berechtigungen

Zusammen mit der Einbruchmeldeanlage kann die Zutrittskontrolle das Scharf- und Unscharfschalten unterstützen, etwa indem die erste berechtigte Buchung am Morgen unscharf schaltet. Die letzte Buchung am Abend beweist aber nicht, dass niemand mehr im Gebäude ist. Wie scharfgeschaltet wird, legen wir deshalb so fest, dass Anwesenheit und Fehlbedienung berücksichtigt sind. Das senkt das Risiko, dass jemand das Scharfschalten vergisst.


Häufige Fehler bei der Planung

Kameraposition als Nebensache. Wer eine Kamera „irgendwo unter den Dachüberstand“ setzt, ohne Sichtfeld, Licht und Sonnenstand zu prüfen, baut eine Attrappe mit Stromanschluss. Eine gute Position berücksichtigt Brennweite, Sichtfeld, Gegenlicht und den tatsächlich erfassten Ausschnitt, am besten mit einer Simulation vor der Montage.

Bewegungsmelder über der Heizung. Infrarotmelder reagieren auf Wärmeunterschiede. Über einem Heizkörper, an einer Klimaanlage oder hinter einem Vorhang an der sonnigen Südfassade erkennen sie Bewegungen, die keine sind. Wärmequellen gehören in die Planung, Mindestabstände nach Herstellerangabe.

Eine WLAN-Türklingel als Alarmanlage. Eine einzelne Video-Türklingel ist keine Einbruchmeldeanlage. Sie hat keinen Sabotageschutz, keine Notstromversorgung und meist keine sinnvolle Aufzeichnung. Wer Versicherungsschutz braucht, baut ein normgerechtes System.

Speicherdauer „so lange wie möglich“. Aus dem Gefühl heraus eingestellt, verstößt das gegen die DSGVO. Die Speicherdauer muss zum Zweck passen, 72 Stunden reichen für die meisten Anwendungen. Längere Fristen brauchen eine dokumentierte Begründung.

Geräte mit Cloud-Zwang. Kameras, die ohne Hersteller-Cloud nicht funktionieren, bringen drei Risiken auf einmal: Verfügbarkeit (wird der Dienst eingestellt, ist die Kamera nutzlos), Datenschutz (die Aufnahmen liegen beim Hersteller) und Sicherheit (Cloud-Konten werden angegriffen). Wir setzen auf lokal speichernde Systeme.

Einbruchmeldeanlage ohne Wartung. Notstromakkus altern, Melder verschmutzen, Funkstrecken ändern sich durch neue Möbel oder Umbauten. DIN VDE 0833 verlangt eine regelmäßige Instandhaltung mit Inspektion und Wartung. Ohne sie sinkt die Qualität der Anlage schleichend, und im Schadensfall fragt der Versicherer zuerst nach dem Prüfprotokoll.


Was wir bei der Übergabe mitgeben

  • Anlagenkonzept mit Risikoanalyse, gewähltem Grad und Schutzzielen
  • Lageplan mit Kamera- und Melderpositionen, Sichtfeldern und Funkbereichen
  • Geräteliste mit Seriennummern und Firmwarestand bei Inbetriebnahme
  • Sicherung der Konfiguration von Zentrale und Rekorder
  • Bedienanleitung für den Betreiber mit den Abläufen zum Scharf- und Unscharfschalten
  • Datenschutz-Unterlagen: Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, bei Bedarf DSFA, Konzept für die Hinweisschilder
  • Prüfprotokolle nach DIN VDE 0833 und DIN VDE 0100-600
  • auf Wunsch einen Wartungsvertrag mit jährlicher Inspektion, Meldertests, Akkutausch und Firmwarepflege

Für jede neue Anlage empfehlen wir den Wartungsvertrag. Einen Störungsdienst gibt es bei uns ausschließlich für Kunden mit Wartungsvertrag. Bestandsanlagen anderer Errichter übernehmen wir in die Wartung, wenn Hardware und Dokumentation das zulassen.


Was wir für Sie tun

Wir planen Einbruchmeldeanlagen nach DIN VDE 0833-3 mit dem Grad nach DIN EN 50131, der zum Risiko passt, dazu Videoüberwachung mit ONVIF und H.265, lokal gespeichert und datenschutzgerecht dokumentiert. UniFi Protect ist unser lokaler Standard, Axis kommt zum Einsatz, wenn forensische Bildqualität gefragt ist, Indexa für die Einbruchmeldeanlage im Wohn- und Kleingewerbe. Für VdS-anerkannte Anlagen und Brandmeldeanlagen ziehen wir Partnerbetriebe hinzu.

Wir schauen uns Ihr Objekt an, bevor wir etwas versprechen: Kontakt oder 06202 9530190. Details zur Leistung unter Sicherheitstechnik und Überwachungstechnik.


Verwandte Beiträge und Leistungen

Schlagwörter

  • Alarmanlage
  • EMA
  • DIN VDE 0833
  • EN 50131
  • Videoüberwachung
  • UniFi Protect
  • Axis
  • Indexa
  • ONVIF
  • H.265
  • DSGVO
  • KI-Kamera
Tobias Dietrich Elektromeister, Sicherheitstechnik

DIETRICH.expert GmbH, Meisterbetrieb in Ketsch. Die Firma ist aus der Dietrich Elektro-Service e.K. hervorgegangen und seit 2021 eine GmbH. Innungsfachbetrieb seit 2019, KNX-zertifiziert seit 2020.

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