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Herd-Anschluss-Check

Was Sie in Ihrer Küche vor sich haben, und was das bedeutet

Kurz gesagt: Einen Herd mit Stecker dürfen Sie selbst einstecken. Geräte ohne Stecker schließt eine Elektrofachkraft an, Zuleitung und Sicherungskasten ändert nur ein eingetragener Elektrobetrieb (§ 13 NAV). Richtwert bei uns für den Anschluss an eine passende Dose: 210 bis 330 € brutto. Sieben Fragen, dann bekommen Sie eine Ampel-Bewertung Ihres Herdanschlusses: Anschlussart, Sicherungskasten, Warnzeichen, Alter der Wohnung. Weiter unten folgt Hintergrund zu Anschluss, Querschnitt und häufigen Fehlern, damit Sie Angebot und Befund einordnen können.

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Was sehen Sie an der Wand hinter Ihrem Herd?

Schauen Sie hinter den Herd oder unter die Arbeitsplatte. Bei eingebauten Geräten ist der Anschluss meist in einer Nische direkt dahinter. Wenn Sie nicht hinsehen können, wählen Sie die letzte Option, wir gehen das beim Termin durch.

Stand 01.10.2026: DIN VDE 0100-410:2018-10 (FI bei Steckdosen), DIN EN IEC 60445:2023-02 (Aderfarben), DIN VDE 0298-4:2023-06, DIN 18015-1 (Spannungsfall), TAB 2023 und VDE-AR-N 4100 (4,6 kVA), § 13 und § 19 NAV, Montageanleitungen Bosch, Siemens, Neff, Miele, AEG. Orientierung, keine Rechtsberatung.

Fachwissen zu Anschluss, Brücken und Querschnitt

Zur Orientierung, damit Sie Angebot und Befund einordnen können. Arbeiten an Anschlussdose, Klemmleiste und Sicherungskasten gehören in die Hand einer Elektrofachkraft; das verlangen auch die Hersteller in ihren Montageanleitungen.

Brücken am Herd

An der Klemmleiste des Herds liegen meist die Klemmen 1 bis 5 und die Schutzleiterklemme. Brücken zwischen den Klemmen legen fest, ob das Gerät mit Drehstrom, zwei Außenleitern oder einphasig läuft. Welche Brücke wohin gehört, steht im Anschlussplan des Geräts, und die Hersteller setzen sie unterschiedlich. Das Umsetzen ist Arbeit für die Elektrofachkraft. Die Belegung für Fachleute steht mit Zeichnung im Ratgeber zum Herdanschluss.

Häufiger Fehler: eine Brücke zwischen N und PE. Das ist die "klassische Nullung" und seit Jahrzehnten unzulässig. Im Drehstromkreis führt ein unterbrochener N-Leiter zur Sternpunktverschiebung, dann liegen bis zu 400 V an Geräten, die 230 V erwarten. Die Steuerelektronik nimmt dabei Schaden.

Querschnitt nach Absicherung und Länge (Faustregel)

Maßgebend sind die Strombelastbarkeit nach DIN VDE 0298-4 (je nach Verlegeart) und der Spannungsfall: nach DIN 18015-1 sollte er hinter dem Zähler bis zum Gerät 3 % nicht überschreiten, gerechnet mit dem Bemessungsstrom der Sicherung.

Absicherung laut HerstellerQuerschnittLänge
3 × 16 A (übliche Herde bis rund 11 kW)5 × 2,5 mm²bis rund 15 m unkritisch, darüber rechnen wir nach
3 × 20 A oder mehr5 × 4 mm² oder mehr, je nach Verlegeartimmer nachrechnen

Verlegeart A2 (in wärmegedämmten Wänden) senkt die Strombelastbarkeit, dann unter Umständen eine Querschnittsstufe höher wählen. Bei mehreren gebündelten Leitungen den Häufungsfaktor berücksichtigen.

Absicherung und FI-Schutz

  • Leitungsschutzschalter: typisch 3×16 A mit B-Charakteristik (B16) für 5×2,5 mm². Bei 5×4 mm² sind auch 3×20 A oder 3×25 A möglich, je nach Verlegeart; in wärmegedämmter Wand höchstens 20 A.
  • FI/RCD: ein FI mit höchstens 30 mA nach DIN VDE 0100-410:2018-10 Pflicht für Steckverbindungen (Perilex, CEE), in der Regel Typ A (Typ AC ist in Deutschland für den Schutz gegen elektrischen Schlag nicht zugelassen, DIN VDE 0100-530). Beim Festanschluss nicht vorgeschrieben, aber üblich und von uns empfohlen. Ob ein Gerät Typ F oder Typ B braucht, steht in der Anleitung des Herstellers.
  • AFDD (Brandschutzschalter): nach DIN VDE 0100-420 in bestimmten Gebäuden Pflicht, etwa für Schlafräume in Kitas und Pflegeheimen, sonst empfohlen.

Häufige Fehler aus der Praxis

  1. Brücken vom alten Gerät übernommen: Beim Wechsel auf einen Herd mit anderem Anschlussschema bleiben manchmal die alten Brücken drin. Folge: 230 V, wo 400 V erwartet werden, oder umgekehrt. Immer den Anschlussplan des neuen Geräts lesen.
  2. N und PE in der Anschlussdose vertauscht: Dann führt der Schutzleiter Betriebsstrom. Der FI löst aus oder schützt nicht mehr richtig.
  3. Querschnitt zu klein: 5 × 1,5 mm² reicht je nach Verlegeart nur für 13 A und bringt viel Spannungsfall. Im Altbau trotzdem häufig. Folge: zu viel Spannungsfall und Erwärmung.
  4. Adernfarben falsch gedeutet: Bei alten 4-adrigen Zuleitungen (vor 1973) fehlt der eigene PE-Leiter. Die klassische Nullung (PEN auf einer Klemme) ist für Neuanlagen seit 1973 unzulässig. Ein FI lässt sich dort nicht einsetzen; wer den Herdanschluss ändert, braucht eine fünfadrige Zuleitung.
  5. Falscher FI-Typ: Typ AC erkennt nur Wechselfehlerströme, Typ A zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme. Typ AC ist in Deutschland für den Schutz gegen elektrischen Schlag nicht zugelassen (DIN VDE 0100-530). Ob ein Induktionsfeld oder ein anderes Gerät mit Elektronik Typ F oder B braucht, steht in der Anleitung des Herstellers.
  6. Änderung nicht angemeldet: Änderungen, die den Hausanschluss betreffen, etwa eine höhere Anschlussleistung, sind dem Netzbetreiber mitzuteilen (§ 19 Abs. 2 NAV). Anmelde- und zustimmungspflichtig sind nach TAB 2023 unter anderem Einzelgeräte über 12 kW; ein Haushaltsherd liegt darunter. Das wird häufig vergessen.

Begriffe kurz erklärt

Perilex-Steckdose
Flache, runde Steckdose mit 5 Buchsen (DIN 49445, 16 A), von den 1950er bis in die 1980er Jahre Standard für Drehstrom in Wohnküchen. Sie entspricht DIN VDE 0620-1 und ist weiter zulässig, wird heute aber selten neu gesetzt.
Festanschluss-Dose
Heute übliche Variante: weiße Kunststoffdose hinter dem Herd mit Klemmen, ohne Stecker.
CEE-Steckdose (rot, 5-polig)
Industriestandard nach IEC 60309. In Privatküchen eher selten, kommt bei Werkstatt-Anschluss oder Neubau mit Hobby-Bereich vor.
DIAZED-Schraubsicherung
Schmelzsicherung mit Schraubgewinde und farbigem Kennmelder. Funktioniert, entspricht aber dem Stand der 1960er bis 1980er Jahre. Ein FI fehlt meistens.
FI / RCD
Fehlerstrom-Schutzschalter. Typ A ist Standard und erkennt auch pulsierende Gleichfehlerströme. Typ F für Geräte mit Frequenzumrichter, Typ B zusätzlich für glatte Gleichfehlerströme.
Klassische Nullung
Schutzleiter und Neutralleiter im Endstromkreis auf einer Klemme (PEN). Seit 1973 für Neuanlagen unzulässig. Im Bestand vor 1973 manchmal noch vorhanden.
PEN-Leiter
Kombinierter Schutz- und Neutralleiter im TN-C-System. Heute nur noch in Haupt-Verteilungen, nicht im Endstromkreis.
Sternpunktverschiebung
Bei unterbrochenem N-Leiter im Drehstromkreis kann die Spannung zwischen L und N bis auf 400 V steigen. Das zerstört Steuerelektronik.

Rechtliche Lage: Arbeiten an der festen Installation (Zuleitung, Verteilung, Absicherung) darf nach § 13 NAV nur ein im Installateurverzeichnis eingetragener Betrieb ausführen. Instandhaltung hinter dem Zähler ist nach § 13 Abs. 2 Satz 5 NAV ausgenommen. Ob schon das Anklemmen an eine vorhandene Anschlussdose darunter fällt, ist nicht abschließend geklärt; viele Hersteller verlangen dafür eine Elektrofachkraft. Wer selbst anschließt, riskiert Kürzungen der Versicherungsleistung bei grober Fahrlässigkeit (§ 81 VVG), bei einem Brand auch zivil- und strafrechtliche Folgen. Mieter melden auffällige Mängel nach § 536c BGB dem Vermieter, der nach § 535 BGB für die Instandhaltung zuständig ist.

Häufige Fragen zum Herdanschluss

Was ist eine Perilex-Steckdose und ist sie noch erlaubt?

Perilex ist eine flache, runde Drehstrom-Steckdose mit 5 Buchsen (DIN 49445, 16 A), in Wohnküchen verbreitet von den 1950er bis in die 1980er Jahre. Sie entspricht DIN VDE 0620-1 und ist weiter zulässig, wird heute aber selten neu gesetzt. Üblich ist die Anschlussdose mit Festanschluss, auf die wir beim Herdwechsel oft umrüsten.

Wie erkenne ich, ob mein Sicherungskasten veraltet ist?

Runde Schraubsicherungen mit farbigem Kennmelder (DIAZED) deuten auf den Stand der 1960er bis 1980er Jahre. Moderne Verteilungen haben Leitungsschutzschalter, also weiße rechteckige Schalter, und einen FI-Schalter mit Prüftaste. Bei Schraubsicherungen fehlt der FI-Schutz meistens.

Welche Warnzeichen am Herdanschluss sind kritisch?

Schwarze Brandspuren an Steckdose oder Stecker, Geruch nach verbranntem Plastik, knisternde oder warme Steckdosen und eine Sicherung, die immer wieder auslöst. Schalten Sie den Stromkreis sofort ab und holen Sie eine Elektrofachkraft. Bei Brandgeruch ohne erkennbare Quelle rufen Sie die Feuerwehr (112).

Darf ich als Mieter einen Herd selbst anschließen?

Arbeiten an der festen Installation (Zuleitung, Verteilung, Absicherung) darf nach § 13 NAV nur ein im Installateurverzeichnis eingetragener Betrieb ausführen. Instandhaltung hinter dem Zähler ist nach § 13 Abs. 2 Satz 5 NAV ausgenommen. Ob schon das Anklemmen an eine vorhandene Anschlussdose darunter fällt, ist nicht abschließend geklärt; viele Hersteller verlangen dafür eine Elektrofachkraft. Wer selbst anschließt, riskiert Kürzungen der Versicherungsleistung bei grober Fahrlässigkeit (§ 81 VVG) und gegenüber dem Vermieter Schadensersatz. Einen Herd mit Stecker in eine vorhandene Perilex- oder CEE-Steckdose zu stecken, ist dagegen erlaubt.

Brauche ich beim Herdanschluss einen FI-Schalter?

Bei einem Herd mit Steckverbindung (Perilex, CEE, Schuko) schreibt DIN VDE 0100-410:2018-10 einen FI mit höchstens 30 mA vor, in der Regel Typ A (Typ AC ist in Deutschland für den Schutz gegen elektrischen Schlag nicht zugelassen, DIN VDE 0100-530). Beim Festanschluss ist er nicht vorgeschrieben, wir empfehlen ihn aber immer. Im alten Bestand kann eine Nachrüstung nötig werden.

Was sind die Brücken auf der Rückseite des Herds?

Kleine Metallbrücken zwischen den Anschlussklemmen. Sie legen fest, ob das Gerät einphasig oder mit Drehstrom läuft. Die richtige Belegung steht im Anschlussplan auf der Rückwand. Falsch gesetzte Brücken können das Gerät zerstören, das Umstecken ist Sache der Elektrofachkraft.