Erst rechnen, dann einstecken. Der Ladedauer-Rechner zeigt mit offengelegter Formel, wie lange Ihr Auto an Steckdose, CEE-Dose oder Wallbox braucht. Der Steckdosen-Check sagt in acht Fragen, ob Ihre Dose fürs gelegentliche Laden taugt, ob sie erst geprüft werden sollte oder ob Sie besser gar nicht einstecken.
Kurz gesagt: Ja, ein E-Auto lädt an der Haushaltssteckdose. Mit dem Mode-2-Ladekabel und 10 A sind das rund 2,3 kW, je nach Auto rund 10 bis 11 km Reichweite pro Stunde. Für gelegentliches Laden an einer geprüften Dose reicht das. Für tägliches Laden ist die Schukodose nicht gebaut, dann gehört eine Wallbox an die Wand und bis dahin höchstens eine CEE-Dose. Selbst dürfen Sie hinsehen, kurz fühlen und den Ladestrom begrenzen; eine Steckdose setzen oder eine Leitung ziehen darf nur ein eingetragener Elektrobetrieb.
Die Frage stellt sich, wenn das Auto da ist und die Wallbox noch nicht. In der Garage hängt eine Steckdose, im Kofferraum liegt ein Ladekabel mit Schukostecker und einer kleinen Box in der Mitte.
Die Schukosteckdose ist für Staubsauger, Bohrmaschine und Wasserkocher gebaut, nicht für zehn oder zwanzig Stunden Last am Stück. Der Technische Leitfaden Ladeinfrastruktur, den DKE, VDE FNN, BDEW, ZVEH, ZVEI und VDA gemeinsam herausgeben, schreibt: Schutzkontaktsteckdosen sind „nur für begrenzte Zeiträume mit dem maximalen Bemessungsstrom von 16 A belastbar und deshalb nicht zum dauerhaften Laden von Elektrofahrzeugen geeignet“.
Verboten ist es trotzdem nicht. Auf die Frage, ob man mit dem Ladekabel mit Steuerbox an einer Haushaltssteckdose laden darf, antwortet die DKE: „es ist zulässig“. Und schiebt nach: „Solche Haushalts-Steckdosen sind nicht für regelmäßige Nutzung (Dauerbetrieb/Dauerladung) vorgesehen.“
Wie schnell lädt die Steckdose?
Die Rechnung ist kurz: Leistung gleich Spannung mal Strom. An der Schukodose sind das 230 V × 10 A = 2,3 kW. Mit genau diesem Wert misst der ADAC „an der Haushaltssteckdose mit 2,3 kW (1 x 10 A)“, und Volkswagen nennt für das Laden am 230-V-Netz dieselben 2,3 kW.
| Anschluss | Ladestrom | Leistung aus dem Netz | Reichweite je Stunde |
|---|---|---|---|
| Schukosteckdose | 6 A | 1,38 kW | rund 7 km |
| Schukosteckdose | 8 A | 1,84 kW | rund 9 km |
| Schukosteckdose | 10 A | 2,30 kW | rund 11,5 km |
| CEE-Steckdose blau, einphasig | 16 A | 3,68 kW | rund 18 km |
| CEE-Steckdose rot mit mobilem Ladegerät, oder Wallbox, dreiphasig | 3 × 16 A | 11,04 kW | rund 55 km |
So ist gerechnet: Reichweite je Stunde = Leistung in kW ÷ Verbrauch in kWh je 100 km × 100 km. Als Verbrauch setzen wir 20 kWh je 100 km an. Das ist gerundet der Median, also der mittlere Wert, der 157 E-Autos, deren Verbrauch der ADAC in seiner Testliste vom 21.07.2026 ausweist, die Ladeverluste des Tests eingerechnet. Die Spanne dort reicht von 13,4 bis 29,7 kWh. Ein sparsames Auto kommt weiter, ein großes SUV weniger weit. Der ADAC lädt seine Testwagen an einer 22-kW-Wallbox. An der Steckdose braucht dasselbe Auto rund 9 Prozent mehr Strom aus dem Netz, bei 10 A also eher 10,5 als 11,5 km je Stunde.
Warum 10 A und nicht 16 A? Weil die Versicherer es so empfehlen. In der VdS 3471 raten sie, „den Ladestrom auf 10 A zu begrenzen“, wenn der Zustand der Installation nicht bekannt ist. go-e schreibt in die Anleitung seiner mobilen Ladestation, dass an Haushaltssteckdosen „ein maximaler Ladestrom von 10 A empfehlenswert“ ist, und liefert die einphasigen Adapter ab Werk mit 6 A aus. Nicht jedes Kabel hält sich daran: Juice gibt für den Schuko-Adapter seines Juice Booster 13 A an, also 3,0 kW. Schauen Sie deshalb nach, was Ihr Kabel tatsächlich zieht.
Was an der Steckdose verloren geht
Nicht alles, was aus der Dose kommt, landet im Akku. Der ADAC hat fünf aktuelle Autos nachgemessen und die Ergebnisse im August 2026 veröffentlicht: An der Haushaltssteckdose gingen 12,7 bis 24,2 Prozent verloren, an der 11-kW-Wallbox 5,1 bis 7,0 Prozent. Zwei Gründe nennt der ADAC: die Wandlung im Bordladegerät und die Steuergeräte, die während des Ladens mitlaufen, allein „100 bis 300 Watt“. Je länger geladen wird, desto mehr fällt dieser Eigenbedarf ins Gewicht.
Ein Rechenbeispiel
Ein Akku mit 60 kWh nutzbarer Kapazität soll von 20 auf 80 Prozent. In den Akku müssen 36 kWh.
- Schukodose mit 10 A, 15 Prozent Verlust: 36 kWh ÷ 0,85 = 42,4 kWh aus dem Netz. Geteilt durch 2,3 kW sind das 18 Stunden 25 Minuten.
- Schukodose mit 6 A, gleicher Verlust: 30 Stunden 41 Minuten.
- 11 kW, 7 Prozent Verlust: 38,7 kWh aus dem Netz und 3 Stunden 30 Minuten, sofern Ihr Auto dreiphasig mit 11 kW laden kann.
Die 15 und 7 Prozent sind die gerundeten Höchstwerte aus der ADAC-Messung (an der Steckdose bei den vier Autos, die mit 10 A luden). Ihr Auto kann besser oder schlechter liegen. Den Rechenweg für Ihren Akku macht der Ladedauer-Rechner.
Was die Steckdose aushalten muss
Eine Steckdose ist mehr als die Dose in der Wand. Dahinter liegen Klemmen, eine Leitung, je nach Installation eine Abzweigdose, dann der Leitungsschutzschalter und hoffentlich ein FI. Jedes Glied muss die Dauerlast tragen.
Die Dose selbst. Schukosteckdosen nach DIN VDE 0620-1 sind für begrenzte Zeiträume mit 16 A gebaut. Für neue Ladestromkreise verlangen die Versicherer deshalb Steckdosen, „die auf Dauer mit einem Strom von 16 A oder mindestens mit dem Ladestrom des E-Fahrzeuges belastet werden können, z. B. CEE 16/3- oder CEE 16/5-Steckdosen“. Die Steckdosenhersteller sehen es ähnlich. Gira: „daher dürfen Elektrofahrzeuge nicht über die Steckdosen geladen werden“. ABL: „Eine SCHUKO-Steckdose ist für eine solche langwierige Dauerbelastung NICHT ausgelegt!“ Einen Weg dazwischen bietet Legrand mit der Green’Up an, laut Hersteller eine „verstärkte“ Steckdose mit oberflächenbehandelten Kontakten für Mode-2-Kabel, die an einer eigenen Leitung mit FI/LS-Schalter hängen soll.
Klemmen und Leitung. Wo es warm wird, zählt der Leitfaden auf: „Alterungsprozesse der Kontakte“, „Klemmstellen in der Zuleitung“ und „unsachgemäße Installation“. Ein erhöhter Übergangswiderstand wird unter Last warm, Wärme lässt den Kontakt weiter altern, der Widerstand steigt. Am Ende steht der „Hotspot“, und der bedeutet Brandgefahr. Gira nennt als Einflussgrößen außerdem Leitungslänge, Querschnitt, das Alter der Installation und den Stecker am Kabel.
Der Stromkreis. Hängen an derselben Sicherung noch Gefriertruhe, Garagenlicht und Werkstatt, addiert sich alles. Die Versicherer rechnen einen Ladestromkreis mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 1, also mit voller Last über die ganze Zeit. Der Kabelhersteller Aptiv schreibt in seine Anleitung, die Steckdose über einen „separat abgesicherten Stromkreis“ anzuschließen.
Der FI. Nach DIN VDE 0100-410 in der Ausgabe 2018-10 brauchen neue und geänderte Stromkreise mit Steckdosen bis 32 A, die Laien benutzen, einen FI mit höchstens 30 mA. Schon die Ausgabe 2007-06 verlangte ihn für Steckdosen bis 20 A, mit Übergangsfrist bis 01.02.2009. Anlagen, die vor 2009 errichtet wurden, haben ihn oft nicht. Fürs Laden verlangen die Versicherer ihn ausdrücklich, der Stromkreis muss „mindestens mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD, IΔn ≤ 30 mA) ausgerüstet sein“. Aptiv: „Für die Anschluss-Steckdose muss ein geprüfter FI-Schutzschalter wirksam sein.“ Die Box im Ladekabel hat zwar selbst eine Fehlerstromfunktion, bei Mennekes etwa Typ A mit 30 mA plus Erkennung von Gleichfehlerströmen ab 6 mA. Sie sitzt aber im Kabel und kann nur abschalten, was hinter ihr liegt. Steckdose, Leitung in der Wand und Klemmen schützt sie nicht.
Das Ladekabel. Die Box heißt im Fachjargon IC-CPD, die Steuer- und Schutzeinrichtung im Kabel. Sie überwacht den Schutzleiter und spricht über ein Pilotsignal mit dem Auto. Eine nach der Ausgabe 2024 der IEC 62752 gebaute Box muss auch die Temperatur im Haushaltsstecker messen. Ältere Kabel können das, müssen es aber nicht. Wer ein Kabel ohne Temperaturfühler hat, muss umso genauer selbst hinschauen.
Warnzeichen: wann Sie sofort aufhören
Was Sie selbst tun dürfen und sollten: hinsehen, kurz fühlen, den Stromkreis herausfinden, den Ladestrom begrenzen und beobachten. Mehr nicht.
Erst hinsehen, dann kurz fühlen. Beim ersten Laden an einer Dose schauen Sie nach einer halben Stunde und nach einer Stunde nach, danach ab und zu. Sehen Sie sich zuerst Stecker, Dose und Kunststoff an. Ist nichts verfärbt oder verformt, legen Sie kurz den Handrücken an den Stecker, ohne ihn festzuhalten.
Stromkreis herausfinden. Schalten Sie den Sicherungsautomaten aus, der laut Beschriftung zur Garage gehört, und schauen Sie, was außer der Steckdose noch ausgeht. Licht, Gefriertruhe, Torantrieb: Alles, was mit ausgeht, teilt sich den Stromkreis mit dem Auto. Danach wieder einschalten.
Ladestrom begrenzen. Manche Ladekabel haben dafür eine Taste, die Hyundai-Box etwa schaltet zwischen 6, 8, 10 und 12 A. Mobile Ladegeräte stellen Sie in der App oder am Gerät ein. Ob Ihr Auto selbst eine Begrenzung anbietet, steht in seiner Betriebsanleitung. 10 A oder weniger sind die Richtschnur.
Warnzeichen: Hier hören Sie auf und stecken nicht wieder ein
- Stecker oder Dose mehr als handwarm werden. Dann nichts mehr anfassen. Zum Vergleich: Das Mode-2-Kabel von Mennekes drosselt auf 6 A, sobald es im Stecker über 50 °C misst, und bricht über 65 °C ab.
- Kunststoff verfärbt oder verformt ist, braune oder schwarze Spuren an Dose oder Stecker zu sehen sind.
- es nach heißem Kunststoff riecht, knistert oder brummt.
- der Stecker locker sitzt. Aptiv: „Der Netzstecker muss fest in der ordnungsgemäßen Wandsteckdose sitzen.“
- die Box im Kabel einen Temperatur- oder Erdungsfehler meldet. Bei Hyundai heißt das etwa E4 „Steckerüberhitzungswarnung“ oder F2 „Erdung oder Steckdose mangelhaft“.
- das Laden immer wieder abbricht oder spürbar langsamer wird, weil das Kabel wegen Hitze drosselt.
- FI oder Sicherung beim Laden auslösen.
Dann beenden Sie das Laden am Auto oder in der App. Ist etwas mehr als handwarm, verfärbt, verformt oder riecht es, fassen Sie Stecker und Dose nicht an: Schalten Sie den Stromkreis am Sicherungsautomaten aus, lüften und halten Abstand. Den Stecker ziehen Sie erst, wenn der Stromkreis aus ist und nichts mehr warm ist. Bei Rauch oder Feuer rufen Sie die 112. Geladen wird erst wieder, wenn Dose und Stromkreis geprüft sind.
Was Sie lassen sollten:
- Keine Kabeltrommel, keine Verlängerung, keine Mehrfachsteckdose, kein Reiseadapter, keine Zeitschaltuhr dazwischen. Verlängerungen, Leitungsroller, Mehrfachsteckdosen und Adapter schließen die Versicherer in der VdS 3471 aus, Mennekes und Hyundai die Verlängerung, Aptiv zusätzlich Kabeltrommeln und Zeitschaltuhren.
- Keine andere Steckdose setzen, keine stärkere Sicherung einbauen, keine Leitung ziehen. Das ist eine Änderung der Anlage, und die darf nach § 13 Abs. 2 NAV nur ein Installationsunternehmen ausführen, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Eine größere Sicherung macht die Leitung übrigens nicht dicker, sie schaltet nur später ab.
- Den Ladestrom nicht hochdrehen, nur weil es zu langsam geht.
Wann reicht die Steckdose, wann braucht es eine Wallbox?
Rein rechnerisch reicht die Steckdose oft. Nach dem Mikrozensus 2024 haben 78 Prozent der Berufspendler weniger als 25 km einfachen Arbeitsweg, hin und zurück also unter 50 km am Tag.
| Strecke am Tag | Energie aus dem Netz | an 10 A (2,3 kW) | an 6 A (1,38 kW) | an 11 kW |
|---|---|---|---|---|
| 20 km | 4 kWh | 1 Std. 44 Min. | 2 Std. 54 Min. | 22 Min. |
| 50 km | 10 kWh | 4 Std. 21 Min. | 7 Std. 15 Min. | 54 Min. |
| 100 km | 20 kWh | 8 Std. 42 Min. | 14 Std. 30 Min. | 1 Std. 49 Min. |
Gerechnet mit 20 kWh je 100 km aus dem Netz wie oben. An der Steckdose geht mehr verloren als an der Wallbox, planen Sie dort großzügiger.
Die Tabelle sagt nur, ob die Energie über Nacht in den Akku passt. Sie sagt nichts darüber, ob die Dose das jede Nacht mitmacht. MVV Netze schreibt dazu: „Das Laden über eine Steckdose ist daher nicht für das tägliche Laden gedacht.“
Unsere Faustregel:
- Gelegentlich heißt: Besuch mit dem E-Auto, Ferienhaus, die Wochen bis zur Wallbox oder ein Zweitwagen mit wenig Strecke, der ein- oder zweimal pro Woche nachlädt. Dafür reicht eine geprüfte Schukodose mit 10 A oder weniger.
- Regelmäßig heißt: mehrmals pro Woche oder jede Nacht. Dann gehört eine Wallbox an die Wand. Sie lädt dreiphasig, an ihr ging im ADAC-Test beim selben Auto weniger als halb so viel Energie verloren wie an der Steckdose, und sie ist genau für diese Dauerlast gebaut.
- Knapp wird es auch rechnerisch bei langen Strecken oder kurzer Standzeit. 100 km am Tag brauchen an 10 A fast 9 Stunden, und wer Schicht arbeitet, hat nicht immer eine lange Nacht am Stellplatz.
Was die Wallbox bei Ihnen kostet und was am Zählerschrank dazukommt, zeigt der Wallbox-Aufwand-Check.
Die CEE-Steckdose als Zwischenlösung
Muss die Wallbox noch warten, etwa weil der Zählerschrank ohnehin erneuert wird, ist eine CEE-Steckdose die sauberere Übergangslösung. Die Versicherer nennen CEE 16/3 (blau, 230 V) und CEE 16/5 (rot, 400 V) ausdrücklich als Steckdosen, die auf Dauer 16 A tragen.
CEE blau, 16 A, einphasig: bis 3,68 kW, rund 18 km Reichweite je Stunde. Dafür braucht es ein Mode-2-Kabel mit blauem CEE-Stecker. Der Kabelhersteller Aptiv nennt Industriesteckdosen ausdrücklich „zum regelmäßigen Laden“ bis 3,6 kW. Mit weniger als 4,2 kW fällt das nicht unter § 14a EnWG.
CEE rot, 16 A, dreiphasig, mit mobilem Ladegerät: bis 11 kW, also Wallbox-Tempo. Mobile Geräte wie der go-e Gemini flex werden dafür mit einem roten CEE-Stecker betrieben. Aber: Netze BW verlangt für mobile Ladegeräte dieselbe Anmeldung und Steuerbarkeit wie für eine Wallbox, und mit 11 kW ist das Gerät eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG. go-e schreibt selbst, sein Gerät sei im Mode 2 „nicht für eine dauerhafte Installation und das dauerhafte Laden von Elektroautos vorgesehen“. Wer jede Nacht lädt und ohnehin den Papierkram einer Wallbox hat, nimmt besser gleich die Wallbox.
Beide Dosen sind eine Erweiterung der Anlage: eigener Stromkreis, FI mit 30 mA, Leitung für Dauerlast, Prüfprotokoll, gesetzt von einem eingetragenen Betrieb. Einphasig ist nach der VDE-AR-N 4100 in der Regel bis 4,6 kVA zulässig, darüber wird dreiphasig angeschlossen.
Mitteilung beim Netzbetreiber
Die Regel steht in § 19 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV): „Auch Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge sind dem Netzbetreiber vor deren Inbetriebnahme mitzuteilen.“ Liegt die Summen-Bemessungsleistung über 12 Kilovoltampere je elektrischer Anlage, braucht die Inbetriebnahme „der vorherigen Zustimmung des Netzbetreibers“. Schon Satz 1 verlangt eine Mitteilung für Erweiterungen und zusätzliche Verbrauchsgeräte, „soweit sich dadurch die vorzuhaltende Leistung erhöht“.
Was das in unserer Region heißt:
- Wallbox: immer mitteilen, und zwar vor der Inbetriebnahme. Netze BW: „Eine vorherige Genehmigung durch uns als Netzbetreiber entfällt unabhängig von der Leistung der Wallbox.“ Nach den TAB 2023 sind Ladeeinrichtungen über 4,2 kW, die nach § 14a EnWG steuerbar sind, anmelde-, aber nicht zustimmungspflichtig. MVV Netze nennt in ihrem Themenblatt ab „mehr als 11 kW“ eine Genehmigungspflicht und zählt dabei alle Ladeeinrichtungen im Objekt zusammen.
- Mobiles Ladegerät an der CEE-Dose: Netze BW: „Die Anmeldepflicht und die Möglichkeit der Steuerbarkeit gelten nicht nur für fest installierte Wallboxen, sondern auch für mobile Ladegeräte.“
- Ladekabel an der vorhandenen Schukodose: Hier wird es unscharf. Die NAV sagt nicht, was eine Ladeeinrichtung ist. MVV Netze schreibt, „dass alle Ladeeinrichtungen beim Netzbetreiber durch einen eingetragenen Installateur angemeldet werden müssen“. Eine ausdrückliche Aussage zum gelegentlichen Laden mit dem Notladekabel haben wir bei beiden Netzbetreibern nicht gefunden.
Unser Rat: Wird eine Dose eigens zum Laden gesetzt, oder laden Sie regelmäßig, melden wir sie beim Einbau mit an. Bei MVV Netze ist die Anmeldung laut FAQ beim Netzbetreiber „kostenlos“; unsere Arbeit dafür steht im Kostenrahmen. Bei Netze BW entstehen ohne Leistungserhöhung „lediglich die Kosten für Ihre Elektrofachkraft“. Wer nur gelegentlich an einer vorhandenen Dose lädt und unsicher ist, fragt beim Netzbetreiber nach.
Wir sind im Installateurverzeichnis der MVV Netze eingetragen.
§ 14a EnWG. Seit dem 01.01.2024 müssen sich neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen dimmen lassen, dazu zählen private Ladeeinrichtungen mit mehr als 4,2 kW. Im Gegenzug sinkt das Netzentgelt. Die 4,2 kW legt die Bundesnetzagentur fest, nicht das Gesetz selbst. Schukodose (2,3 kW) und blaue CEE-Dose (3,68 kW) liegen darunter, ein mobiles 11-kW-Gerät an der roten Dose liegt darüber. Mehr dazu im Beitrag § 14a EnWG in der Praxis.
Worauf wir bei Garagen- und Außensteckdosen schauen
Prüfen wir eine Dose fürs Laden, gehen wir immer dieselben Punkte durch.
Teilt sich die Dose den Stromkreis? Hängen Garagenlicht, Torantrieb, Gefriertruhe und die Steckdose an der Werkbank am selben Automaten, addiert sich alles zur Ladelast, und die läuft über Stunden.
Sitzt ein FI davor? Das prüfen wir zuerst, samt Auslösezeit. Ohne FI wird nicht geladen.
Klemmstellen und Leitungsweg. Über wie viele Abzweigdosen läuft die Leitung, welchen Querschnitt hat sie, wie lang ist sie, in welchem Zustand sind die Klemmen? Genau dort entsteht der Hotspot.
Geschaltete Dose oder Zeitschaltuhr. Hängt die Dose am Lichtschalter oder steckt eine Zeitschaltuhr dazwischen, muss auch der Schalter den Strom dauerhaft tragen. Die Versicherer weisen eigens darauf hin.
Verlängerung, weil das Kabel nicht reicht. Steht das Auto zu weit weg, gehört die Dose näher ans Auto, nicht eine Kabeltrommel dazwischen.
Außensteckdose im Wetter. Nässe gehört nicht an Stecker und Box. Mennekes schreibt, das Kabel vor Feuchtigkeit und Flüssigkeiten zu schützen, Aptiv verbietet Strahl- und Spritzwasser sowie Kontakt mit Schnee oder Eis.
Was es kostet
Richtwerte brutto einschließlich 19 % Umsatzsteuer, gerechnet nach unserem Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 29.09.2026) mit Materialpreisen aus dem Onlinehandel vom 30.09.2026. Abgerechnet wird je angefangene Viertelstunde, Fahr- und Rüstzeit ist Arbeitszeit. Richtwert, verbindlich ist unser Angebot.
| Fall | Richtwert brutto |
|---|---|
| Vorhandene Garagen- oder Außensteckdose prüfen, mit Messprotokoll | 180 bis 310 € |
| Prüfen und auf eine verstärkte Ladesteckdose samt FI/LS-Schalter umrüsten, wenn schon eine eigene Leitung zur Dose führt | 470 bis 650 € |
| Eigener Stromkreis mit verstärkter Ladesteckdose, 10 bis 25 m Leitung | 640 bis 960 € |
| CEE-Steckdose 16 A, 400 V, mit eigenem Stromkreis, 10 bis 25 m Leitung, ohne mobiles Ladegerät | 590 bis 930 € |
| Wallbox | im Wallbox-Aufwand-Check |
Nicht enthalten sind Durchbrüche durch Brandwände, eine Erweiterung der Verteilung, Arbeiten am Zählerschrank, Erdarbeiten, das mobile Ladegerät selbst und beim mobilen 11-kW-Gerät die Steuerbarkeit nach § 14a EnWG. Kommt der Meister statt des Monteurs, steigt der Lohnanteil nach Preisliste um knapp 16 Prozent. Eine ausführliche Anlagendokumentation nach unserem Preis- und Leistungsverzeichnis (117,27 € je Seite) erstellen wir nur, wenn Sie sie wünschen.
Was wir für Sie tun
Wir prüfen Ihre Garagen- oder Außensteckdose mit kalibrierten Messgeräten und Protokoll, setzen bei Bedarf eine Ladesteckdose oder CEE-Dose mit eigenem Stromkreis und melden sie beim Netzbetreiber an. Für das tägliche Laden planen wir die Wallbox. Mehr unter Wallboxen und E-Mobility oder direkt über Kontakt, Telefon 06202 9530190.
Häufige Fragen zum Laden an der Haushaltssteckdose
Wie lange dauert es, ein E-Auto an der normalen Steckdose zu laden? Mit 10 A kommen rund 2,3 kW aus der Dose, das sind je nach Auto rund 10 bis 11 km Reichweite pro Stunde. Einen 60-kWh-Akku von 20 auf 80 Prozent zu laden, dauert damit gut 18 Stunden, mit 6 A über 30 Stunden. Der Ladedauer-Rechner rechnet es für Ihr Auto aus.
Ist das Laden an der Steckdose gefährlich? An einer geprüften Dose mit FI, eigenem Stromkreis und 10 A oder weniger ist gelegentliches Laden vertretbar. Gefährlich wird es mit alten Klemmen, abgenutzten Dosen, fehlendem FI und Dauerbetrieb Nacht für Nacht, denn dort entsteht der Hotspot. Ob Ihre Dose taugt, zeigt der Steckdosen-Check als erste Einschätzung, sicher sagt es erst die Messung.
Darf ich mein E-Auto an einer normalen Steckdose laden? Ja. Die DKE antwortet auf genau diese Frage: „es ist zulässig“. Sie sagt aber auch, dass solche Steckdosen nicht für regelmäßige Nutzung vorgesehen sind. Ob Ihr Netzbetreiber davon wissen will, klären Sie mit ihm oder mit uns.
Darf ich ein Verlängerungskabel oder eine Kabeltrommel nehmen? Nein. Nach VdS 3471 dürfen herkömmliche Verlängerungsleitungen, Leitungsroller, Mehrfachsteckdosen und Adapter zum Laden nicht verwendet werden, erlaubt sind dort nur Verlängerungen, die eigens fürs Laden vorgesehen sind. Mennekes, Hyundai und Aptiv schließen in ihren Anleitungen jede Verlängerung aus. Reicht das Kabel nicht, gehört die Dose näher ans Auto.
Was kostet das Laden an der Steckdose? Die Kilowattstunden aus dem Netz mal Ihrem Arbeitspreis. Rechnen Sie mit der Energie aus dem Netz, nicht mit der im Akku: An der Steckdose gingen in der ADAC-Messung 12,7 bis 24,2 Prozent verloren, an der 11-kW-Wallbox 5,1 bis 7,0 Prozent. Für 36 kWh im Akku sind das an der Steckdose rund 42 kWh, an der Wallbox rund 39 kWh.
Kann man jedes E-Auto an der Steckdose laden? Wenn es ein passendes Mode-2-Ladekabel dafür gibt. Nicht jedes liegt dem Auto bei, Hyundai etwa spricht in der Betriebsanleitung von einer „separat erworbenen“ Ladebox. Und nicht jedes Auto zieht 10 A: Der Mercedes CLA lud im ADAC-Test an der Steckdose nur mit 8 A.
Kann ich an einer CEE-Steckdose, also an Starkstrom, laden? Ja, mit einem Ladekabel oder mobilen Ladegerät mit passendem CEE-Stecker. Die blaue CEE-Dose liefert einphasig bis 3,68 kW, die rote dreiphasig bis 11 kW. Die Versicherer nennen CEE-Dosen als dauerlastfest. Ein mobiles 11-kW-Gerät ist aber beim Netzbetreiber anzumelden und muss steuerbar sein wie eine Wallbox. Und die vorhandene Werkstattdose sollte dafür geprüft sein wie jede andere.
Zahlt die Versicherung, wenn beim Laden an der Steckdose etwas passiert? Das hängt vom Vertrag und vom Einzelfall ab. Nach § 81 Abs. 2 VVG darf der Versicherer seine Leistung kürzen, wenn der Schaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde. Die Versicherer selbst empfehlen in VdS 3471 „dringend“, die Steckdose samt Stromkreis vor dem Laden von einer Elektrofachkraft prüfen zu lassen. Ein Prüfprotokoll ist im Schadensfall Ihr bester Beleg.
Quellen, Stand 30.09.2026
- Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur Elektromobilität, Version 4.1, Stand August 2023, herausgegeben von DKE, VDE FNN, BDEW, ZVEH, ZVEI und VDA (PDF bei Netze BW)
- DKE: FAQ-Liste zu DIN VDE 0100-722 (VDE 0100-722):2019-06, veröffentlicht 03.12.2025, Frage 8
- DKE: Erläuterungen zum Konzept von DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10
- VdS 3471 : 2021-02 (02), Ladestationen für Elektrostraßenfahrzeuge, Publikation der Deutschen Versicherer zur Schadenverhütung, Abschnitte 4 und 10
- IEC 62752:2024, In-cable control and protection device (IC-CPD) for mode 2 charging of electric road vehicles, Edition 2.0 vom 27.03.2024
- § 19 NAV und § 13 NAV, Fassung zuletzt geändert am 18.12.2025
- § 14a EnWG und Bundesnetzagentur: Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen
- § 81 VVG
- BDEW: TAB 2023 v2.0, Bundesmusterwortlaut, Stand 02.05.2024, Tabelle 1
- Netze BW: Wallbox anmelden und installieren
- MVV Netze: FAQ E-Laden und Themenblatt KIB 17, Stand 10/2024
- ADAC: Ladeverluste beim Elektroauto, 06.08.2026, und Stromverbrauch Elektroautos im ADAC Test, 21.07.2026
- Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung N027 vom 26.05.2025, Mikrozensus 2024
- Herstellerangaben: Mennekes Betriebsanleitung und Datenblatt Ladekabel Mode 2, Hyundai Betriebsanleitung „Verwendung eines tragbaren Ladegeräts (ICCB)“, Aptiv Betriebsanleitung IC-CPD (Version 2.0), go-e Gemini flex Installations- und Bedienungsanleitung V 1.1, Juice Technology Adapter Schuko, Volkswagen Ladekabel und Ladestecker, Gira FAQ Schukosteckdose Elektrofahrzeuge, ABL FAQ, Legrand Broschüre Green’Up
- Titelbild: Jakub Zerdzicki auf Pexels (Pexels-Lizenz)
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