Kurz gesagt: Fliegt die Sicherung, also der Leitungsschutzschalter, war zu viel Last auf dem Stromkreis oder es gab einen Kurzschluss. Fliegt der FI, fließt irgendwo Strom ab, wo er nicht hingehört: in einem Gerät, durch Feuchtigkeit oder als Summe vieler kleiner Ableitströme. Sie dürfen Geräte ausstecken, Schalter aus- und einschalten und beobachten; riecht es verbrannt, ist etwas warm, ist Wasser im Spiel oder fällt der Schalter ohne ein einziges eingestecktes Gerät, bleibt der Stromkreis aus und Sie rufen uns an.
Unser Sicherung-und-FI-Check fragt die Lage in höchstens sieben Schritten ab und gibt Ihnen eine Ampel: selbst lösbar, Termin vereinbaren oder Strom aus lassen und anrufen.
Ein Schalter, der fliegt, hat seine Arbeit getan. Ärgerlich wird es, wenn er es immer wieder tut. Am Verteiler sehen Sie, was ausgelöst hat. Die Ursache grenzen Sie ein, ohne eine Abdeckung zu öffnen oder etwas zu messen. Ab wann die Elektrofachkraft ran muss, steht weiter unten. Eine Bauanleitung ist das nicht, und das ist Absicht.
Zwei Schalter, zwei Aufgaben
Der Leitungsschutzschalter (LS, im Alltag „Sicherung“ oder „Sicherungsautomat“) schützt die Leitung. Er hat zwei Auslöser: einen thermischen für Überlast, der verzögert reagiert, und einen magnetischen für den Kurzschluss, der sofort trennt. Der Aufdruck, etwa B16, nennt beides: Der Buchstabe ist die Auslösecharakteristik, die Zahl der Bemessungsstrom in Ampere. B ist für Steckdosen und Licht gedacht, C verträgt höhere Einschaltströme, etwa von Motoren.
Der FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, RCD) schützt Menschen. Er vergleicht den Strom, der in die Anlage hineinfließt, mit dem, der zurückkommt. Fehlt etwas, fließt es woanders ab: über den Schutzleiter, über Feuchtigkeit oder durch einen Körper. Ein FI mit 30 mA muss bei diesem Fehlerstrom spätestens nach 0,3 Sekunden abschalten. Er begrenzt den Strom nicht, er schützt durch die kurze Zeit. Überlast sieht er nicht. Einen Fehler zwischen Außenleiter und Neutralleiter sieht er auch nicht, denn da kommt ja alles zurück.
Der FI/LS (RCBO) vereint beides in einem Gerät für einen einzelnen Stromkreis. Der Brandschutzschalter (AFDD) erkennt Fehlerlichtbögen, etwa an lockeren Klemmen oder beschädigten Leitungen, die weder LS noch FI bemerken.
Erst eingrenzen: Welcher Schalter hat ausgelöst?
Der Verteiler hängt meist im Flur, im Keller oder im Hauswirtschaftsraum. Öffnen Sie nur die Tür. Die Abdeckung dahinter, aus der nur die Hebel herausschauen, bleibt zu: Nur mit ihr sind die Schalter für Laien bedienbar, so steht es in den Herstellerunterlagen.
| Was Sie sehen | Was es ist | Reagiert auf |
|---|---|---|
| Schmaler Schalter, etwa 18 mm breit, Aufdruck wie B16 oder C16, keine Taste | Leitungsschutzschalter (LS) | Überlast und Kurzschluss |
| Breiterer Schalter, vierpolig vier Felder breit, Aufdruck 30 mA oder 0,03 A, Taste mit T oder Test | FI-Schutzschalter (RCD) | Fehlerstrom gegen Erde |
| Schmaler Schalter mit Aufdruck wie B16 und zugleich 30 mA, dazu eine Taste | FI/LS (RCBO) | beides, für einen Stromkreis |
| Taste mit Leuchtanzeige, oft direkt neben einem LS angebaut | Brandschutzschalter (AFDD) | Fehlerlichtbögen |
| Runde Kappe mit Sichtfenster und farbigem Kennmelder | Schraubsicherung (DIAZED oder NEOZED) | Überlast und Kurzschluss, schaltet nicht zurück |
In aller Regel ist oben ein und unten aus. Viele Geräte zeigen die Stellung zusätzlich mit I und 0 oder ON und OFF, manche farbig. Einige FI bleiben nach dem Auslösen in einer Mittelstellung stehen, die der Hersteller „ausgelöst“ nennt; dann schalten Sie erst ganz nach unten und danach nach oben. Festhalten bringt nichts: Die Schalter trennen auch bei festgehaltenem Hebel, das nennt sich Freiauslösung.
Eine Prüftaste haben FI, FI/LS und Brandschutzschalter. Den FI erkennen Sie sicher am Aufdruck 30 mA oder 0,03 A. Bei Schraubsicherungen zeigt der farbige Kennmelder im Sichtfenster, ob die Patrone ausgelöst hat; die Farbe steht für die Stromstärke, grau für 16 A, blau für 20 A, gelb für 25 A.
Die Beschriftung neben den Schaltern sagt, welcher Stromkreis wohin führt. Fehlt sie, notieren Sie beim Eingrenzen, was dunkel ist.
Warnzeichen: Hier hören Sie auf und rufen an
- Brand- oder Schmorgeruch, auch wenn er schwach ist
- Die Abdeckung des Verteilers, eine Steckdose, ein Schalter oder ein Stecker ist warm oder verfärbt
- Schmorspuren, Knistern oder Funken
- Ein Leitungsschutzschalter fällt sofort wieder, obwohl kein Gerät mehr eingesteckt ist
- Wasser oder Nässe am Verteiler, an Dosen, Leuchten oder Geräten
- Jemand hat einen Stromschlag bekommen: Hängt die Person noch am Strom, zuerst abschalten, am Verteiler oder durch Ziehen des Steckers, und sie erst dann anfassen. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Herzbeschwerden 112. Danach umgehend ärztlich untersuchen lassen, auch nach einem kurzen Wischer, so empfiehlt es die gesetzliche Unfallversicherung.
- Der FI löst beim Drücken der Prüftaste nicht aus
Dann gilt: Stromkreis aus, sofern das gefahrlos geht, Stecker raus, nichts öffnen. Steht Wasser am Verteiler, gehen Sie nicht hin und rufen Ihren Netzbetreiber, er schaltet ab. Bei Rauch oder Flammen: Raum verlassen, Feuerwehr 112. Bleibt ein Brandgeruch, obwohl der Stromkreis aus ist, ebenfalls 112. Danach rufen Sie uns an.
Schritt für Schritt eingrenzen
1. Erst schauen, dann schalten. Lesen Sie den Kasten mit den Warnzeichen direkt über diesen Schritten. Trifft etwas davon zu, hören Sie hier auf.
2. Feststellen, was ausgelöst hat. Welcher Schalter steht unten, was steht darauf? Ein Foto mit dem Handy reicht. Notieren Sie, welche Räume und Geräte keinen Strom haben.
3. Alles im betroffenen Bereich trennen. Stecker ziehen, auch bei Verlängerungen, Mehrfachsteckdosen und dem Gefrierschrank im Keller. Lichtschalter aus. Fest angeschlossene Geräte wie Herd oder Durchlauferhitzer lassen sich nicht ausstecken; haben sie einen eigenen Schalter im Verteiler, schalten Sie ihn aus.
4. Einmal einschalten. Den ausgelösten Schalter nach oben, bis er einrastet. Fällt er sofort wieder, obwohl nichts mehr eingesteckt ist, sitzt der Fehler in der festen Installation oder in einem fest angeschlossenen Gerät. Beim Leitungsschutzschalter bleibt er dann aus, und Sie rufen uns an. Beim FI holen Sie vorher mit Schritt 5 die übrigen Stromkreise zurück. Nicht wieder und wieder einschalten: Jeder Versuch schaltet erneut auf den Fehler.
5. Nur beim FI: die Stromkreise dahinter einzeln zurückholen. Lässt sich der FI auch ohne eingesteckte Geräte nicht einschalten, schalten Sie alle schmalen Schalter, die er versorgt, aus, dann den FI ein und danach die schmalen einzeln wieder ein. Bei welchem der FI fällt, das ist der Stromkreis mit dem Fehler. Den lassen Sie aus, die anderen haben wieder Strom. Fällt der FI sogar, wenn alle schmalen Schalter aus sind, liegt der Fehler im Verteiler, am Neutralleiter oder am FI selbst. Das ist Arbeit hinter der Abdeckung.
6. Geräte einzeln zurück. Ein Gerät einstecken, einschalten, warten. Geräte mit Heizung so lange, bis sie heizen, die Waschmaschine bis in die Heizphase. Das Gerät, bei dem es fällt, gilt nach der Fehlersuchanleitung der Hersteller als schadhaft: nicht mehr benutzen, prüfen, reparieren oder ersetzen lassen.
7. Beim LS: Last verteilen. Fällt der LS erst, wenn mehrere starke Geräte gleichzeitig laufen, ist es Überlast. Verteilen Sie die Geräte auf andere Stromkreise oder betreiben Sie sie nacheinander. Wie viel ein Stromkreis trägt, steht weiter unten.
8. Zum Schluss: Prüftaste und Notizen. Ist wieder Strom da, drücken Sie die Prüftaste T des FI. Er muss sofort auslösen, dann schalten Sie ihn wieder ein. Schreiben Sie auf, wann es passiert ist, was gerade lief und wie das Wetter war. Diese Notizen helfen uns bei einem Fehler, der nur ab und zu auftritt.
Symptom, Ursache, was Sie tun können, wann wir kommen
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Was Sie tun können | Wann wir kommen |
|---|---|---|---|
| LS fällt nach einigen Minuten, wenn Wasserkocher, Heizlüfter oder Föhn laufen | Überlast | Geräte verteilen oder nacheinander betreiben | wenn es sich häuft oder ein Stromkreis fehlt |
| LS fällt sofort beim Einschalten eines Geräts | Kurzschluss im Gerät oder in dessen Kabel | Gerät aussortieren | wenn es auch ohne das Gerät wieder passiert |
| LS oder FI fällt sofort, obwohl nichts eingesteckt ist | Fehler in Leitung, Dose, Leuchte oder fest angeschlossenem Gerät | Schalter aus lassen | sofort anrufen |
| FI fällt bei einem bestimmten Steckergerät | Isolationsfehler im Gerät | Gerät nicht mehr benutzen | wenn es auch ohne das Gerät weitergeht |
| FI fällt bei Regen, Tau oder nach dem Duschen | Feuchtigkeit in Außenleuchte, Außensteckdose, Dose im Bad oder Gerät im Freien | Geräte draußen abziehen, betroffenen Kreis aus lassen | Termin für eine Isolationsmessung |
| FI fällt, wenn viel läuft, ohne dass ein LS fällt | Summe der Ableitströme an einem FI | Geräte verteilen hilft kurzfristig | Termin für Messung und Aufteilung |
| FI fällt bei Gewitter | Überspannung aus dem Netz | einmal wieder einschalten, Prüftaste drücken | wenn es bei jedem Gewitter passiert |
| FI fällt unregelmäßig, auch nachts | Gerät, das sich selbst einschaltet (Kühlgerät, Pumpe, Heizung), Feuchtigkeit, Temperatur | Protokoll führen | Termin für eine Isolationsmessung |
| FI lässt sich nicht einschalten, auch wenn alle LS aus sind | Fehler im Verteiler, am Neutralleiter oder FI defekt | FI aus lassen | sofort anrufen |
| Ein Bereich ohne Strom, alle Schalter stehen oben | Mittelstellung übersehen oder Unterbrechung an einer Klemme | Schalter ganz aus, dann ein; sonst Bereich ausgesteckt lassen | zeitnah, bei Wärme oder Geruch sofort |
| Das ganze Haus dunkel, die Nachbarn auch | Störung im Netz | warten, Störungsnummer des Netzbetreibers | nicht nötig, das ist Sache des Netzbetreibers |
| Schraubsicherung, Kennmelder zeigt „ausgelöst“ | Überlast oder Kurzschluss | Stromkreis aus lassen, nie flicken, nie eine stärkere Patrone | Termin; Modernisierung des Verteilers besprechen |
Überlast in Zahlen
Ein Stromkreis mit B16 ist für 16 A gebaut, bei 230 V sind das 3.680 W. Der Leitungsschutzschalter muss nach Norm das 1,13-fache (18,08 A, rund 4.160 W) eine Stunde lang aushalten und beim 1,45-fachen (23,2 A, rund 5.340 W) innerhalb einer Stunde auslösen. Deshalb fliegt er bei Überlast oft erst nach Minuten. Sofort, in weniger als 0,1 Sekunden, löst ein B16 erst ab dem 3- bis 5-fachen aus, also bei 48 bis 80 A. Das ist der Bereich des Kurzschlusses.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Typenschildwerten: Wasserkocher mit 2.200 W und Heizlüfter mit 2.000 W am selben Stromkreis ergeben 4.200 W, rund 18,3 A. Das liegt knapp über der Grenze, die der LS eine Stunde lang aushalten muss. Ob und wann er fällt, hängt vom Gerät und von der Temperatur im Verteiler ab, denn die Kennlinien gelten bei 30 °C. Sicher ist nur: Auf Dauer ist das zu viel für einen Stromkreis. Die Wattzahl Ihrer Geräte steht auf dem Typenschild.
Warum ein FI fällt, obwohl nichts kaputt ist
Ein FI mit 30 mA darf nach Produktnorm schon ab der Hälfte auslösen, also ab 15 mA. Gleichzeitig leiten viele Geräte mit Netzteil oder Entstörfilter auch ohne Fehler einen kleinen Strom zum Schutzleiter ab, Computer und ähnliche Geräte laut ABB bis 3,5 mA je Gerät. Die Norm DIN VDE 0100-530 will die Summe dieser Ableitströme hinter einem FI bei höchstens 30 Prozent seines Bemessungsfehlerstroms sehen, bei 30 mA also bei 9 mA. Drei, vier solcher Geräte an einem FI, und das Einschalten des nächsten gibt den Rest.
Hängt die halbe Wohnung an einem einzigen FI, liegt das an der Aufteilung. Die Normung verlangt, die Stromkreise auf mehrere FI zu verteilen, und empfiehlt für Steckdosen und Außenstromkreise einen FI/LS je Stromkreis. Dann fällt im Fehlerfall nur der betroffene Kreis.
Bei Gewitter kommen Überspannungen aus dem Netz dazu, die einen FI auslösen können, ohne dass etwas kaputt ist. Für Kühl- und Gefriergeräte empfiehlt etwa Siemens deshalb eine superresistente, kurz verzögerte Ausführung, für Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler einen FI/LS vom Typ F, weil deren Motorelektronik Fehlerströme mit anderen Frequenzen erzeugen kann.
Heizstäbe in Waschmaschine, Geschirrspüler, Backofen oder Wasserkocher sind mit Magnesiumoxid isoliert. Das Material zieht Feuchtigkeit, dann sinkt der Isolationswiderstand und es fließt Strom zum Schutzleiter. Ob es am Heizstab liegt oder an der Leitung, zeigt nur die Messung.
Die Prüftaste: halbjährlich drücken
Die Prüftaste erzeugt einen künstlichen Fehlerstrom, bei dem der FI auslösen muss. Sie prüft Auslöser und Mechanik, nicht die ganze Anlage; die Schutzmaßnahme selbst misst die Elektrofachkraft. Die Taste funktioniert nur, wenn der FI eingeschaltet ist.
Für Betriebe nennt die DGUV Vorschrift 3 als Richtwert alle sechs Monate, und dieselbe Frist nennen ABB und Hager für ortsfeste Anlagen. Einzelne Geräte haben kürzere Empfehlungen, Hager etwa für seinen FI-Schutzschalter 2844 01 einmal im Monat; maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts. ABB schlägt einen einfachen Merker vor: bei jeder Zeitumstellung. Wer nie drückt, riskiert, dass die Kontakte im Inneren über die Jahre festgehen, ABB spricht von Kaltverschweißung.
Löst der FI beim Drücken nicht aus, ist der Schutz weg. Dann gehört er getauscht, und zwar bald.
FI-Pflicht, Bestand und Mietwohnung
Seit der Ausgabe 2007-06 verlangt DIN VDE 0100-410 für neue Anlagen einen FI mit höchstens 30 mA für Steckdosen, die Laien benutzen, damals bis 20 A, mit Übergangsfrist bis zum 01.02.2009. Die heute gültige Ausgabe 2018-10 gilt seit dem 01.10.2018. Sie fordert den FI für alle Steckdosen bis 32 A, die für Laien und allgemeine Verwendung gedacht sind, für Stromkreise im Außenbereich mit fest angeschlossenen, ortsveränderlichen Geräten bis 32 A und neu für die Beleuchtungsstromkreise in Wohnungen, Einfamilienhäuser eingeschlossen. An Orten mit Badewanne oder Dusche verlangt DIN VDE 0100-701 in der Ausgabe 2025-06 einen FI mit höchstens 30 mA für alle Stromkreise dort, ohne die früheren Ausnahmen.
Für den Altbau schreibt die DKE, die diese Normen erarbeitet: Aus den Anforderungen der Norm ist eine Nachrüstpflicht für bestehende Anlagen nicht abzuleiten. Umgangssprachlich heißt das Bestandsschutz. Er endet dort, wo erweitert oder geändert wird: Eine neue Steckdose, ein neuer Stromkreis, und für diesen Teil gilt die aktuelle Norm. Im Kinderzimmer lässt sich zusätzlicher Schutz übrigens auch ohne neuen Verteiler nachrüsten, mit einer Steckdose mit eingebautem FI, selbst in alten Anlagen mit klassischer Nullung. Aus unserer Sicht ist ein FI im Altbau die wirksamste Einzelmaßnahme für die Sicherheit.
Wer darf ran? Errichten, erweitern und ändern darf die Anlage nach § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) nur der Netzbetreiber oder ein Betrieb aus dem Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers. Ein nachgerüsteter FI ist eine solche Änderung. Die Hersteller verlangen für den Einbau ihrer Schutzschalter ohnehin eine Elektrofachkraft. Wir sind im Installateurverzeichnis der MVV Netze eingetragen.
Wohnen Sie zur Miete, melden Sie einen Mangel an der Elektrik unverzüglich dem Vermieter (§ 536c BGB), am besten schriftlich. Die Instandhaltung ist seine Sache (§ 535 BGB). Wir stimmen Termine auch direkt mit Ihrer Hausverwaltung ab.
Brandschutzschalter: Pflicht oder nicht?
Brandschutzschalter erkennen Lichtbögen, wie sie an lockeren Klemmen, an angebohrten oder gequetschten Leitungen oder nach Nagerverbiss entstehen. Genau diese Fehler bemerken Leitungsschutzschalter und FI oft nicht: Bei einem Lichtbogen in einem einzelnen Leiter fließt kein Strom zur Erde, und der Strom wird kleiner statt größer. Nach der Statistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung war Elektrizität bei 30 Prozent der dort 2016 bis 2025 untersuchten Brände die Ursache; die Statistik bildet nach eigener Angabe nicht das gesamte Schadengeschehen ab.
Pflicht ist der Brandschutzschalter nicht pauschal. Die gültige DIN VDE 0100-420 (Ausgabe 2022-06) verlangt bei der Planung neuer Anlagen eine dokumentierte Risiko- und Sicherheitsbewertung für Räume mit Schlafgelegenheiten, also auch Schlaf- und Kinderzimmer, für feuergefährdete Betriebsstätten, für Räume aus brennbaren Baustoffen und für Orte mit unersetzbaren Gütern. Der Brandschutzschalter ist dabei eine mögliche Maßnahme unter mehreren. Für bestehende Anlagen gibt es keine Nachrüstpflicht. Ein Entwurf für eine neue Ausgabe der Norm liegt seit März 2023 vor.
Löst ein Brandschutzschalter aus, zeigt bei vielen Geräten eine Leuchte an der Taste den Grund. Machen Sie ein Foto davon, bevor Sie etwas schalten.
Was wir bei Auslösungen vorfinden
Muster, die bei der Fehlersuche immer wieder auftauchen:
Ein FI für alles. Manche Verteiler haben einen einzigen FI vor allen Stromkreisen. Fällt er, ist die ganze Wohnung dunkel, und die Ableitströme aller Geräte landen auf einem Schalter.
Nässe draußen. Außenleuchten, Außensteckdosen und Gartengeräte bekommen Wasser ab. Der Fehler kommt bei Regen und geht bei trockenem Wetter. Deshalb messen wir am liebsten bei feuchtem Wetter.
Heizstäbe. Waschmaschine, Geschirrspüler, Backofen, Wasserkocher: Die Isolierung der Heizelemente zieht Feuchtigkeit, besonders nach längerem Stillstand.
Neutralleiter und Schutzleiter verbunden. Eine Verbindung zwischen N und PE hinter dem FI lässt einen Teil des Rückstroms über den Schutzleiter fließen. Je mehr Last, desto größer die Differenz, bis der FI fällt. Das ist ein Installationsfehler und gehört beseitigt.
Angebohrt, gequetscht, angenagt. Eine Schraube in der Leitung, ein Kabel unter der Türschwelle, Nager im Dachboden.
Die Prüftaste, die nie jemand gedrückt hat. Ein FI, der jahrelang nicht ausgelöst hat, muss im Ernstfall trotzdem sofort trennen.
Lose Klemmen, die nichts auslösen. Keine Sicherung fällt, aber die Klemme wird warm. Das sind die Fälle, in denen der Geruch das erste Warnzeichen ist. Dass nichts auslöst, heißt nicht, dass alles in Ordnung ist.
Zu viel an einem Stromkreis. Wasserkocher, Toaster und Kaffeemaschine an einer Steckdosenleiste in der Küche, und der Heizlüfter im Winter dazu.
Was kostet die Fehlersuche?
| Fall | Richtwert brutto |
|---|---|
| Fehlersuche bei auslösendem FI, mit Isolationsmessung, ohne Reparatur | 200 bis 440 € |
| FI tauschen, gleicher Typ, im vorhandenen Verteiler | 250 bis 500 € |
| FI nachrüsten im vorhandenen Verteiler, Platz vorhanden | 350 bis 760 € |
| FI/LS für einen einzelnen Stromkreis statt LS | 260 bis 510 € |
| Steckdose tauschen, gleiches Programm | 160 bis 300 € |
| Außenleuchte instand setzen, ohne neue Leuchte | 180 bis 340 € |
Gerechnet mit unserem Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 29.09.2026): Monteurstunde 92,28 € brutto, abgerechnet je angefangene Viertelstunde, Fahr- und Rüstzeit ist Arbeitszeit; VDE-Prüfgerät 42,71 € je Einsatz; Kleinmaterial 8,32 bis 28,95 €; Schutzschalter zwischen Marktpreis und unverbindlicher Preisempfehlung des Herstellers. Arbeitet der Meister selbst, gilt die Meisterstunde mit 106,86 €. Die Behebung eines gefundenen Fehlers, eine neue Leuchte, ein neuer Verteiler und Zuschläge für Sonderarbeitszeiten sind nicht enthalten. Finden wir den Fehler und beheben ihn im selben Termin, fällt die Fahrzeit nur einmal an. Eine ausführliche Anlagendokumentation nach unserem Preis- und Leistungsverzeichnis (117,27 € je Seite) erstellen wir nur, wenn Sie sie wünschen. Richtwert, verbindlich ist unser Angebot.
Was wir für Sie tun
Wir suchen den Fehler mit kalibrierten Messgeräten, beheben ihn und übergeben das Messprotokoll. Termine gibt es werktags nach Verfügbarkeit; einen Notdienst haben wir nicht. Das Büro erreichen Sie Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr unter 06202 9530190 oder jederzeit über Kontakt.
Häufige Fragen
Warum fliegt der FI ohne erkennbaren Grund raus? Einen Grund gibt es, er ist nur nicht zu sehen. In Frage kommen Feuchtigkeit in Außenleuchten oder Dosen, ein Gerät, das sich selbst einschaltet, wie Kühlschrank, Pumpe oder Heizung, die Summe kleiner Ableitströme vieler Geräte oder eine Überspannung bei Gewitter. Schreiben Sie jede Auslösung mit Uhrzeit und Wetter auf. Wiederholt es sich, sieht die Fehlersuchanleitung der Hersteller eine Isolationsprüfung der Anlage vor; die machen wir.
Warum fliegt der FI bei Gewitter raus? Blitze in der Umgebung können Überspannungen über das Netz in die Hausinstallation bringen. Ein FI kann dabei auslösen, obwohl kein Fehler vorliegt. Einmal wieder einschalten ist in Ordnung. Passiert es bei jedem Gewitter, gibt es FI-Ausführungen mit deutlich höherer Stoßstromfestigkeit, etwa kurzzeitverzögerte Typen. Welche für Ihre Anlage passt, klären wir vor Ort.
Der FI fliegt raus, die Sicherung aber nicht. Was heißt das? Die Sicherung, also der Leitungsschutzschalter, reagiert auf zu viel Strom: Überlast oder Kurzschluss. Der FI reagiert auf Strom, der nicht auf dem vorgesehenen Weg zurückfließt, sondern über den Schutzleiter, die Erde oder im schlimmsten Fall einen Menschen. Fällt nur der FI, fließt irgendwo Fehlerstrom ab: in einem Gerät, durch Feuchtigkeit oder über eine beschädigte Leitung. Gehen Sie vor wie oben beschrieben: Geräte ausstecken, einmal einschalten, Geräte einzeln zurück.
Der FI fliegt raus, obwohl alle Sicherungen aus sind. Was nun? Dann hilft das Ausschalten der Sicherungen nicht weiter: Ein einpoliger Leitungsschutzschalter trennt nur den Außenleiter, der Neutralleiter bleibt verbunden. Ein Fehler zwischen Neutralleiter und Schutzleiter, in der Leitung, im Verteiler oder in einem noch angeschlossenen Gerät, löst den FI deshalb weiter aus. Ziehen Sie alle Stecker. Fällt er dann immer noch: FI aus lassen, uns anrufen.
Warum löst es aus, wenn die Waschmaschine läuft oder schleudert? Waschmaschinen haben einen Heizstab und eine Motorelektronik mit Frequenzumrichter. Der Heizstab ist mit einem Pulver isoliert, das Feuchtigkeit ziehen kann; die Elektronik kann im Fehlerfall Ströme erzeugen, die ein üblicher FI vom Typ A nicht sicher erfasst. Fällt der FI nur mit der Waschmaschine, ist nach der Fehlersuchanleitung der Hersteller die Maschine schadhaft, und das ist ein Fall für ihren Kundendienst. Fällt die Sicherung beim Aufheizen, läuft zu viel anderes am selben Stromkreis. Für neue Stromkreise mit Waschmaschine oder Trockner empfiehlt etwa Siemens einen FI/LS vom Typ F.
Warum fliegt der FI, wenn der Backofen heizt? Die Heizelemente in Backofen und Herd sind mit Magnesiumoxid isoliert. Das Material zieht Feuchtigkeit, dann sinkt der Isolationswiderstand und es fließt Strom zum Schutzleiter. Ob es daran liegt oder an der Zuleitung, zeigt nur die Messung. Ein Herd ist in der Regel fest angeschlossen: Stromkreis aus lassen, Termin vereinbaren.
Die Sicherung geht nicht mehr rein. Was tun, auch als Mieter? Lässt sich ein Leitungsschutzschalter nicht einschalten, obwohl alles ausgesteckt ist, liegt ein Fehler in der festen Installation vor oder der Schalter selbst ist defekt. Nicht mit Gewalt halten: Die Schalter trennen auch bei festgehaltenem Hebel. Stromkreis aus lassen, Fachbetrieb rufen. Sprühen Funken oder riecht es verbrannt, fassen Sie am Verteiler nichts mehr an, bei Rauch rufen Sie die 112. Als Mieter melden Sie den Mangel unverzüglich dem Vermieter (§ 536c BGB); die Instandhaltung ist seine Sache (§ 535 BGB).
Die Sicherung fliegt raus, wenn ich den PC einschalte. Warum? Erst schauen, was fällt. Ist es der FI: Netzteile leiten im Normalbetrieb kleine Ströme zum Schutzleiter ab, laut ABB bis 3,5 mA je Gerät. Liegt die Summe am FI schon bei 30 Prozent seines Bemessungsfehlerstroms, kann das Einschalten eines PCs das letzte Stück sein. Ist es der Leitungsschutzschalter: Ein B16 löst ab dem 3- bis 5-fachen Nennstrom, also 48 bis 80 A, sofort aus, und Geräte mit Netzteil ziehen beim Einschalten kurz einen hohen Strom. In beiden Fällen helfen eine andere Verteilung der Geräte oder ein zusätzlicher Stromkreis; was passt, messen wir.
Quellen und Stand
Alle Quellen abgerufen am 30.09.2026.
- DKE: Erläuterungen zum Konzept von DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10: FI-Pflicht, Übergangsfrist, Aufteilung auf mehrere FI, FI-Steckdose im Bestand
- DKE: FAQ-Liste zur DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2022-06: Risiko- und Sicherheitsbewertung, Brandschutzschalter, keine generelle Anpassungspflicht
- VDE Verlag: DIN VDE 0100-420 (VDE 0100-420):2022-06, DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2018-10 und DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701):2025-06: Ausgabe, Status, Änderungen
- Siemens: SENTRON Technik-Fibel Leitungsschutzschalter, Ausgabe 11/2025: Auslösekennlinien, Laienbedienbarkeit, Freiauslösung
- Siemens: SENTRON Technik-Fibel Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Ausgabe 09/2024: Typen A, F, B, Auslösebereiche, Ableitströme, Fehlersuche, Bad nach DIN VDE 0100-701:2008-10
- Siemens: Technik-Fibel Brandschutzschalter 5SM6: Fehlerlichtbögen und ihre Ursachen
- ABB: Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Anwendungshandbuch 2022: Prüftaste, Ableitströme je Gerät, 30-Prozent-Regel
- Hager: Technik Fehlerstromschutzschalter und Anleitung FI-Schutzschalter 2844 01: Prüffristen
- DGUV: Manuelle Funktionsprüfung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, Stand 14.01.2016
- DGUV: Stromunfall, ärztliche Vorstellung notwendig
- NAV § 13, BGB § 535, BGB § 536c
- LEW Verteilnetz: Verhalten bei Hochwasser
- IFS: Ursachenstatistik Brandschäden 2025
- Watlow: Isolationswiderstand in elektrischen Heizelementen
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- Herd anschließen: Drehstrom, Querschnitt, FI am Herd
- Durchlauferhitzer anschließen: Absicherung, Anmeldung und FI im Bad
- E-Auto an der Haushaltssteckdose laden: FI und Dauerlast an der Garagensteckdose
- DGUV V3-Prüffristen: Fristen für Betriebe